Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die deutschsprachige Übersetzung (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, Stand Oktober 2005) können Sie beim DIMDI online recherchieren, als PDF (inhaltsgleich mit der Buchausgabe) herunterladen oder als Buchausgabe kostenpflichtig bestellen.

(c) WHO

Die ICF dient fach- und länderübergreifend als einheitliche und standardisierte Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen. Mit der ICF können die bio-psycho-sozialen Aspekte von Krankheitsfolgen unter Berücksichtigung der Kontextfaktoren systematisch erfasst werden.
Die Klassifikation wurde 2001 als Nachfolgerin der ICIDH von der WHO herausgegeben und ehrenamtlich durch Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz übersetzt.

ICF in Deutschland verankert über die Rehabilitations-Richtlinie und das Bundesteilhabegesetz

Vorgänger der ICF haben die Sozialgesetzgebung in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Ihre Anwendung ist über die Rehabilitations-Richtlinie des G-BA und über das Bundesteilhabegesetz verankert.

Aufbau der ICF

Die ICF ist eine mehrachsige monohierarchische Klassifikation mit alphanumerischen Kodes. Sie besteht aus:

  1. Einführung
  2. Klassifikation der ersten Ebene (nur Kapitelüberschriften)
  3. Klassifikation der zweiten Ebene (Kapitel- und ggf. Gruppenüberschriften und Viersteller)
  4. Detaillierte Klassifikation mit Definitionen (vollständige Systematik)
  5. Anhänge (z.B. Anhang 2: Kodierungsleitlinien)

ICF als Klassifikation der Komponenten von Gesundheit

Die ICF ist dank des zugrundeliegenden bio-psycho-sozialen Modells nicht primär defizitorientiert, also weniger eine Klassifikation der "Folgen von Krankheit". Vielmehr klassifiziert sie "Komponenten von Gesundheit": Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation (Teilhabe) sowie Umweltfaktoren.

Sie ist damit auch ressourcenorientiert und nimmt bezüglich der Ätiologie einen neutralen Blickwinkel ein. Die ICF kann daher auf alle Menschen bezogen werden, nicht nur auf Menschen mit Behinderungen. Sie ist universell anwendbar.

Das der ICF zugrunde liegende Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten zeigt folgende Abbildung, die Komponente "personbezogene Faktoren" ist in der ICF nicht realisiert (Diagramm ist entnommen aus: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit ICF, Herausgegeben vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), 2005, S. 21):

ICF als Teil der WHO-Familie der internationalen Klassifikationen

Die ICF ist wie die ICD-10 ein Teil der WHO-Familie der Internationalen Klassifikationen. Während die ICD Krankheiten klassifiziert, klassifiziert die ICF die Folgen von Krankheiten in Bezug auf Körperfunktionen, Aktivitäten und Teilhabe.

Die Blickwinkel von ICD-10 und ICF ergänzen sich also. Zusammen liefern sie ein umfassendes Bild von der Gesundheit eines Menschen oder einer Population. Damit schaffen sie eine Grundlage für Entscheidungen über individuelle Rehabilitationsmaßnahmen oder über gesundheitspolitische Maßnahmen.

Spezialausgabe für Kinder und Jugendliche: ICF-CY

Die WHO gibt auch eine von der ICF abgeleitete Klassifikation für Kinder und Jugendliche heraus, die ICF-CY. Sie berücksichtigt die Besonderheiten in Entwicklung befindlicher Funktionen und die besonderen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Auf Deutsch ist die ICF-CY nur über den Buchhandel erhältlich.

Nutzungsrechte an der deutschsprachigen Übersetzung der ICF

Bitte beachten Sie:
Alle Rechte an der ICF, auch an der deutschen Übersetzung, liegen bei der WHO.

Grundsätzlich gilt:
Jede Vervielfältigung und Verbreitung von ICF-Material sowie die Nutzung der ICF-Kodes sowohl in kommerziellen als auch in nichtkommerziellen Anwendungen bedürfen einer Genehmigung durch die WHO (Original-Wortlaut: WHO is holding the copyright in all ICF language versions, including German. Any reproduction of ICF material and/or use of ICF codes in commercial or non-commercial applications is subject to reprint permission and/or licence agreement granted by WHO).

Die Einbindung der ICF oder von Teilen davon in elektronische Systeme (Software, Webseiten etc.) durch kommerzielle oder institutionelle Nutzer wird im Rahmen von Lizenzvereinbarungen geregelt. Die Vervielfältigung und Verbreitung von ICF-Kodes und -Texten in Druckmedien (und vergleichbaren elektronischen Medien) wird durch Nutzungs- bzw. Reproduktionsvereinbarungen geregelt.

Die Regelungen zu den Nutzungsrechten an der ICF werden geändert. Wenden Sie sich deshalb bitte ab sofort bei allen Fragen zur Lizenzvereinbarung und für Nutzungs- bzw. Reproduktionsvereinbarungen zur Vervielfältigung und Verbreitung von ICF-Kodes und -Texten über unser Kontaktformular direkt an das DIMDI.

Sonderregelung für wissenschaftliche Arbeiten:
Wenn Sie Text- oder Grafikmaterial aus der deutschsprachigen ICF im Rahmen einer Diplom-, Master-, Dissertations- oder Habilitationsarbeit oder zu Ausbildungszwecken reproduzieren, stellen Sie bitte sicher, dass die entsprechenden Abschnitte der ICF mit einer korrekten Quellenangabe in folgender Form versehen sind:

[Name des reproduzierten Textes, der Grafik oder der Tabelle] der ICF wurde abgedruckt mit freundlicher Erlaubnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Alle Rechte liegen bei der WHO.

[Name of text, figure or table reproduced] of ICF has been reprinted with permission of the World Health Organization (WHO), and all rights are reserved by the Organization.

Nähere Informationen hierzu finden Sie ebenfalls auf den Internetseiten der WHO unter http://www.who.int/about/licensing/classifications/en/index.html