Allgemeines zum Informationssystem Versorgungsdaten

Nutzungsberechtigte Institutionen können per Antragsverfahren bei der Datenaufbereitungsstelle die Auswertung von Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenkassen beantragen. Die Versorgungsdaten können insbesondere für Analysen des Versorgungsgeschehens im Rahmen der Versorgungsforschung und für Steuerungsaufgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden. Die DaTraV-Daten beinhalten u.a. Angaben über ambulante und stationäre Diagnosen sowie zur ambulanten Arzneimittelversorgung der gesetzlich Versicherten.

Folgende Auswertungsvarianten der kontrollierten Datenfernverarbeitung sind möglich:

  • Die DatraV-Daten werden im Rahmen der Datenfernverarbeitung unter Verwendung von SQL (Oracle 11g R2) oder SAS (9.4 64bit)  analysiert. Dabei werden die DaTraV-Daten mit von den Nutzungsberechtigten bereitgestellten Programmen ausgewertet, die wir vorab geprüft und genehmigt haben.
  • DaTraV-Daten werden entsprechend einer vom Antragsteller formulierten Fragestellung ergänzt um Angaben zur Methodik und zur Struktur der gewünschten Ergebnismenge ausgewertet. D.h. wir entwickeln in diesem Fall die erforderlichen Auswertungskripte in SQL.

In einer weiteren Ausbaustufe wird es möglich sein eine On-Site-Nutzung  am Gastarbeitsplatz zu beantragen bei der Nutzungsberechtigte die pseudonymisierten Einzeldatensätze in den Räumlichkeiten des DIMDI auswerten. Voraussetzung ist, dass eine Analyse auf Basis von anonymisierten Daten nicht möglich ist.

Eine Kurzinformation zum Informationssystem Versorgungsdaten finden Sie in folgender Broschüre.

Basisinformation Versorgungsdaten (PDF, 85 kB)

Daten zur Versorgungsforschung

Unser Datenbestand stammt vom Bundesversicherungsamt (BVA). Das BVA wiederum erhält die Daten von den Krankenkassen für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). Die an uns übermittelten Morbi-RSA-Daten führen wir über mehrere Jahre hinweg zusammen. Derartig vollständig waren diese Angaben bisher nicht verfügbar.

Datenbestand:

  • vorliegende Ausgleichsjahre: 2009-2015
  • kommendes Ausgleichsjahr: 2016

Wahrung des Identitätsschutzes der gesetzlich Versicherten

In Abstimmung mit dem BMG und der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit wurden Maßnahmen zur Wahrung des Identitätsschutzes getroffen. Diese stellen sicher, dass bei der regelkonformen Nutzung der Daten Versicherte nicht identifizierbar sind. So werden grundsätzlich alle Versicherungsnummern durch Pseudonyme ersetzt und Ergebnismengen für sich genommen faktisch anonymisiert. Auch sind Datenzusammenführungen nur nach entsprechender Prüfung und Genehmigung gestattet.

 Datennutzung

Welche Institutionen Daten für welchen Zweck erhalten dürfen, regelt das Gesetz (§§ 303a bis 303e Sozialgesetzbuch V). Nur dort genannte Institutionen können  Versorgungsdaten über uns nutzen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Einrichtungen der Krankenkassen, der Gemeinsame Bundesausschuss, Interessenvertretungen der Patienten und der Leistungserbringer auf Bundesebene sowie Institutionen der Forschung und Gesundheitsberichterstattung. Ihnen sollen die Daten z.B. helfen, die Qualität der Versorgung zu verbessern oder Leistungsressourcen zu planen.

Finanziert wird das Informationssystem durch die gesetzlichen Krankenkassen. Für die Aufbereitung der Daten durch das DIMDI fallen Nutzungsgebühren an. Näheres regelt die Gebührenverordnung.

Aufbau und Weiterentwicklung des Systems

Mit der Verordnung zur Umsetzung der Vorschriften über die Datentransparenz im Gesundheitswesen (Datentransparenzverordnung) erhielt das DIMDI die Aufgabe, das Informationssystem Versorgungsdaten (Datentransparenz) zu realisieren. Zunächst haben wir erforderliche Baumaßnahmen an unserem Rechenzentrum durchgeführt, Personal gewonnen sowie notwendige Hardware und Software beschafft, installiert und konfiguriert. Die organisatorischen Strukturen der vollständig voneinander zu trennenden Vertrauens- und Datenaufbereitungsstelle wurden geschaffen. Die Versorgungsdaten der Ausgleichsjahre haben wir vom BVA entgegengenommen und mit jahresübergreifenden Pseudonymen versehen. Die für die Antrags- und Auftragsbearbeitung sowie den Identifikationsschutz erforderlichen Verfahren wurden erarbeitet und unter anderem mit Vertretern der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit abgestimmt. Darüber hinaus erstellten wir eine Nutzungsordnung, eine Datensatzbeschreibung und einen Beispieldatensatz zur Syntaxprüfung.  Das Informationssystem Versorgungsdaten wird stetig weiterentwickelt. Anfang  2017 wurde ein Evaluationsbericht veröffentlicht. Dieser analysiert die Tätigkeit des Informationssystems Versorgungsdaten und leitet daraus konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung ab. Einige der Empfehlungen werden in Projekten bearbeitet oder im Rahmen der  derzeit in Vorbereitung der Novellierung der Datentransparenzverordnung aufgegriffen. Zudem wurde eine Organisationuntersuchung begonnen, die den Personalbedarf des Informationssystems analysiert.