Der OPS ist eine Adaption der englischsprachigen Internationalen Klassifikation der Prozeduren in der Medizin (ICPM) der WHO. Die deutsche Fassung der ICPM entstand als Übersetzung und Erweiterung der holländischen Fassung ICPM-DE (Dutch Extension) und wurde zum OPS-301 bzw. OPS weiterentwickelt.

ICPM und ICHI der WHO

Bereits 1971 war die Notwendigkeit einer internationalen Klassifikation medizinischer Maßnahmen erkannt worden. Die WHO veröffentlichte daher 1978 die International Classification of Procedures in Medicine (ICPM). Diese war auf chirurgische Maßnahmen beschränkt. Die ICPM gehört zur Familie der Internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Wegen der Dynamik des medizinisch-technischen Fortschritts war der Anpassungs- und Pflegeaufwand sehr hoch, es kam zu Schwierigkeiten bei der internationalen Abstimmung. Deshalb wurde die internationale Arbeit an der ICPM 1989 eingestellt. Auf nationaler Ebene wurde an Länderfassungen weitergearbeitet.

ICHI als Nachfolgerin der ICPM

In den letzten Jahren arbeitet die WHO an einer neuen Klassifikation für Gesundheitsinterventionen. Ziel der Arbeiten ist es, eine international abgestimmte Klassifikation zu erhalten, die für einen Vergleich und statistischen Austausch verwendet werden kann. Für Länder, die bisher keine eigene Prozedurenklassifikation im Einsatz haben, soll diese neue ICHI (International Classification of Health Interventions) leicht erweiterbar sein. Auch Interventionen der traditionellen Medizin und Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens sollen über diese neue Klassifikation abbildbar sein.

OPS-301: Version 1.0 bis Version 2.1

Die deutsche Fassung der ICPM entstand auf der Basis einer Übersetzung und Erweiterung der holländischen Fassung ICPM-DE (Dutch Extension) und wurde zum OPS-301 weiterentwickelt. Von den 9 Kapiteln der ICPM-DE entfielen die Kapitel 2, 3, 4, 6 und 7. Der OPS-301 Version 1.0 wurde 1994 vom DIMDI im Auftrag des BMG herausgegeben und 1995 in der stationären Versorgung angewendet.

Der OPS-301 ist ein überwiegend numerischer, monohierarchisch strukturierter Schlüssel mit zunächst fünf Hierarchieebenen. Die Version 1.0 enthielt in vier Kapitel Operationen (Kap.5) und diagnostische (Kap. 1), nichtoperative therapeutische (Kap. 8) und ergänzende Maßnahmen (Kap. 9).

Durch den OPS-301 sollten Leistungsgeschehen und Kosten transparent gemacht werden; ihre Anwendung bei der Verschlüsselung von in Krankenhäusern durchführten Maßnahmen war durch das Gesundheitsstrukturgesetz und § 301 SGB V vorgeschrieben. Der OPS-301 ermöglichte die Abrechnung von Sonderentgelten und Fallpauschalen des alten Entgeltsystems, er ermöglichte die Abrechnung nach dem neuen G-DRG-System und er unterstützte die Dokumentation für die Qualitätssicherung nach § 137 SGB V.

2001 wurde zur Konsentierung der am OPS-301 notwendigen Änderungen auf Anregung des Kuratoriums für Fragen der Klassifikation im Gesundheitswesen (KKG) die Arbeitsgruppe OPS (AG OPS) beim DIMDI gebildet, in der alle am KKG beteiligten Organisationen vertreten sind.
Version 2.0 enthielt erstmalig das Kapitel 3: Bildgebende Diagnostik.
Die Versionen 1.0, 1.1, 2.0 und 2.1 des OPS 301 wurden von 1995 bis 2003 nur zur Verschlüsselung operativer Eingriffe in der stationären Versorgung angewendet.

Optionaler OPS

Ab Version 2.1 (2003) bis Version 2008 gab es zum amtlichen Katalog des OPS-301 einen sog. Erweiterungskatalog zur Unterstützung der Weiterentwicklung des G-DRG-Systems.

Erweiterungskatalog zum OPS-301

Um möglichst vielen Anforderungen an die Prozedurenklassifikation gerecht zu werden, wurde im Jahr 2002 vom DIMDI ein Konzept für die Weiterentwicklung des OPS-301 erstellt, das ein zweigleisiges Verfahren vorsah: Der OPS-301 wurde aufgeteilt in einen amtlichen Kern-OPS und einen optional anwendbaren nichtamtlichen Erweiterungskatalog. Der nichtamtliche Erweiterungskatalog stellte eine Ergänzung zum amtlichen OPS-301 dar und sollte die Differenzierung und Optimierung des DRG-Katalogs unterstützen, d.h. er diente vorrangig der Dokumentation von Prozeduren, die wahrscheinlich für Kalkulationszwecke benötigt würden. Er sollte kein Instrument für eine klassische Einzelleistungsdokumentation sein oder werden und konnte auf freiwilliger Basis genutzt werden. Ein erster Erweiterungskatalog wurde Mitte 2003 zur Verfügung gestellt.

In den Druckausgaben und den Onlinefassungen des DIMDI sind die Schlüsselnummern des nichtamtlichen Erweiterungskataloges grau unterlegt. Damit sich für die Anwender des nichtamtlichen Erweiterungskatalogs keine zusätzliche Verschlüsselungsarbeit ergab, enthielten die Einträge des nichtamtlichen Katalogs in der EDV-Fassung die Angabe, auf welche Schlüsselnummern des amtlichen Katalogs sie für Abrechnungszwecke abgebildet werden sollten. Publiziert wurden in diesen Jahren immer beide Fassungen, die sog. amtliche Fassung und die nichtamtliche mit Erweiterungskatalog.

Für die Überleitungen von Fassungen mit bzw. ohne Erweiterungskatalog gelten folgende Hinweise:

Überleitungen zwischen alten und neuen Versionen des OPS mit und ohne Erweiterungskatalog (PDF, 35 kB)

OPS: Version 2004 bis heute

Ab Version 2004 wird der OPS-301 als OPS weitergeführt. Im Rahmen eines strukturierten jährlichen Vorschlagsverfahrens wird er von den in der AG OPS vertretenen Selbstverwaltungspartnern unter Federführung des DIMDI weiterentwickelt und jährlich neu herausgegeben. Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen gegenüber der Vorversion werden in einem Kommentar im Vorspann des jeweiligen Systematischen Verzeichnisses vorgestellt, die Änderungen im Einzelnen finden sich in den Aktualisierungslisten.

2004 wird der OPS ergänzt um ein Alphabetisches Verzeichnis. Seit 2004 wird der OPS eingesetzt, um allgemein medizinische Prozeduren im Krankenhaus zu verschlüsseln.

Seit 2005 wird der OPS auch für ambulantes und belegärztliches Operieren durch Vertragsärzte angewendet.

2006 wurde das Kapitel 6 "Medikamente" aufgenommen; bis dahin konnten Medikamente nur über sog. chemotherapeutische Listen berücksichtigt werden, die regelmäßig aktualisiert wurden.

2009 wurde der optionale OPS aufgelöst, die Kodes des optionalen OPS wurden in den amtlichen Katalog überführt bzw. gestrichen.

2010 wurde der OPS erstmals im WHO-Standardformat ClaML veröffentlicht.

2011 wurde das Format Buchfassung ASCII eingestellt.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Über ein strukturiertes und transparentes Vorschlagsverfahren wird der OPS weiterentwickelt und zurzeit jährlich überarbeitet.