Klassifikationen / ICD-10-GM / Spezielle Kodierfragen

Wie sind im Zusammenhang mit COVID-19 die Zusatzschlüsselnummern U07.1! und U07.2! sowie U99.0! zu verwenden? (ICD-10-GM Nr. 1018)

ICD-10-GM 2020

Die Kodierfrage wurde am 16.07.2020 fortgeschrieben.

Im Zusammenhang mit der Pandemie der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) sind von der WHO die nicht belegten Schlüsselnummern U07.1 und U07.2 der internationalen Ausgabe der ICD-10 mit Inhalt belegt worden, was in modifizierter Form für die ICD-10-GM 2020 übernommen wurde (Umsetzung als Sekundärschlüssel U07.1! und U07.2!).

Zusätzlich war es erforderlich, eine weitere nicht belegte Schlüsselnummer der ICD-10-GM 2020 für die Testung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 als Versorgungsanlass mit Inhalt zu belegen (U99.0!).

In diesem Zusammenhang ergeben sich Fragen zur praktischen Anwendung dieser und bereits vorhandener Schlüsselnummern, die in der folgenden "Kodierempfehlung zu Fallkonstellationen im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen SARS-CoV-2/COVID-19" (Link s. unten) umfassender als in den bisher veröffentlichten Kodierfragen des BfArM (GM-1018: COVID-19 und GM-1019: Testung auf SARS-CoV-2 ohne Infektionsverdacht) adressiert werden.

ICD-10-GM 2020

Kodierfrage in der Fassung bis 15.07.2020

Wie sind bei COVID-19 die Zusatzschlüsselnummern U07.1! und U07.2! zu verwenden? 

Um durch Labortest gesicherte COVID-19-Infektionen von klinisch-epidemiologisch diagnostizierten abzugrenzen, hat die WHO eine Modifikation des Kodes U07.1 COVID-19 vorgenommen und zusätzlich die nichtbelegte Schlüsselnummer U07.2 der ICD-10 mit Inhalt belegt.

Die Umsetzung in der ICD-10-GM erfolgt als Zusatzkodes (Ausrufezeichenkodes).

U07.1! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen wurde.

U07.2! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde, sondern die Infektion klinisch-epidemiologisch bestätigt wurde.

Bitte beachten Sie für die Kriterien der klinisch-epidemiologischen Bestätigung die Falldefinition des RKI.

RKI: Falldefinition COVID-19 (SARS-CoV-2), Stand: 24.03.2020 (PDF, 82 kB)

Einige Fallkonstellationen und die jeweils klassifikatorisch korrekte Kodierung unter Berücksichtigung der Falldefinition des RKI vom 24.03.2020 sind in der Tabelle aufgeführt. Bitte beachten Sie: Die Falldefinition wird seitens des RKI ggf. angepasst.

Labor-diagnostischer Nachweis* Klinisches Bild* Epidemio-logische Bestätigung* ICD-10-GM-Kodes
(§ 301 SGB V)
ICD-10-GM-Kodes mit Zusatz-kennzeichen für Diagnosen-sicherheit
(§ 295 SGB V)
Positives Testergebnis liegt vor Nicht vorhanden Nicht relevant Z22.8
plus U07.1!
Z22.8 G
plus U07.1! G
Positives Testergebnis liegt vor Vorhanden Nicht relevant Kode für die Manifestation, z.B. J12.8,
plus U07.1!
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8 G,
plus U07.1! G
Positives Testergebnis liegt nicht vor** Vorhanden: unspezifisch oder spezifisch Positiv Kode für die Manifestation, z.B. J12.8,
plus Z20.8
plus U07.2!
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8 G,
plus Z20.8 G
plus U07.2! G
Positives Testergebnis liegt nicht vor** Vorhanden Negativ Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z.B. J12.8, bei
Vorliegen einer Viruspneumonie
Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z.B. J12.8 G, bei
Vorliegen einer Viruspneumonie

* Gemäß den Kriterien des RKI (s.o.)

** Gilt auch bei nicht durchgeführtem Labortest

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