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Projekte zur Weiterentwicklung des Informationssystems Versorgungsdaten

Ende des Jahres 2016 wurde ein Evaluationsbericht veröffentlicht. Dieser gibt konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Informationssystems Versorgungsdaten.
Einige davon werden u.a. von den folgenden Projekten aufgegriffen, die im Laufe des zweiten Quartals 2017 starten sollen:

Projekt 1: Erarbeitung eines Risikomodells und Analysen zu einem Beispieldatensatz für die für Zwecke der Datentransparenz eingerichtete Datenaufbereitungsstelle beim DIMDI

Eine Kernaufgabe der Datenaufbereitungsstelle ist es, gemeinsam mit den Nutzungsberechtigten auszuschließen, dass im Rahmen der Nutzung der Daten Versicherte reidentifiziert werden können. Hierzu ist im Rahmen der Antragsbearbeitung u.a. das Reidentifizierungsrisiko zu prüfen und ggf. Änderungen an den Ergebnismengen vorzunehmen.

Zur Abschätzung des Re-Identifizierungsrisikos der Versicherten bedarf es geeigneter Verfahren. Hierzu dient die Erarbeitung eines Risikomodells und eines Modell zur Bestimmung des Informationsverlustes, der sich aus den Maßnahmen zur Wahrung des Identitätsschutzes der Versicherten ergibt. Beides wird die Bewertung und Bestimmung der für die Wahrung des Identitätsschutzes der Versicherten erforderlichen Maßnahmen sowie die Abstimmung mit den Nutzern erleichtern. Dies reduziert den hierfür erforderlichen Aufwand erheblich.

Auf Basis der beiden Modelle soll ergänzend ein Konzept zur Konstruktion eines realitätsnahen Beispieldatensatzes erarbeitet werden. Ein solcher ermöglicht den Nutzern, die für ihre wissenschaftlichen Fragestellungen geeignete Methodik besser zu bestimmen und diese ggf. leichter in Auswertungsskripte umzusetzen.

Um die laufende Bearbeitung von Anträgen möglichst wenig einzuschränken und da ein Zugriff auf die DaTraV-Daten erforderlich ist, wird das Projekt als befristetes Forschungsprojekt (25 Personenmonate) in und mit der Datenaufbereitungsstelle umgesetzt werden.

Projekt 2: Untersuchung zu quantitativen und qualitativen Unterschieden der Erst- und Korrekturmeldungen des Morbi-RSA zur Optimierung ihrer Nutzbarkeit im Rahmen der Datentransparenz

Die Datenaufbereitungsstelle im DIMDI stellt Daten der ca. 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten bereit, um die Planung, Steuerung und Bedarfsanalyse im deutschen Gesundheitssystem unter Wahrung des Identitätsschutzes der Versicherten zu unterstützen.

Dabei handelt sich um Daten, die zur Berechnung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) von den Krankenkassen an das Bundesversicherungsamt (BVA) übermittelt und von dort an die Datenaufbereitungsstelle geliefert werden. Zu jedem RSA-Jahresausgleich erhält das BVA mehrere Datenmeldungen, u.a. eine Erstmeldung acht Monate nach Abschluss des Erhebungsjahres und weitere 10 Monate später eine Korrekturmeldung.

Entsprechend § 2 der DaTraV erfolgt die Lieferung der MorbiRSA-Daten an die Datenaufbereitungsstelle nach Durchführung des korrigierten Jahresausgleichs und damit 4 Jahre nach ihrer Erhebung. Ein Teil der Stammdaten sowie die Diagnose- und Arzneimitteldaten werden 4 Jahre nach ihrer Erhebung übermittelt. Die Leistungsausgaben und die restlichen Stammdaten werden 3 Jahre nach ihrer Erhebung an die Datenaufbereitungsstelle übermittelt. Dies schränkt den Nutzen der Daten erheblich ein.

Im Rahmen einer Novellierung der DaTraV ist geplant, die Datenlieferung vom Abschluss des korrigierten Jahresausgleichs zu entkoppeln. Eine Bereitstellung auf Basis der ersten Korrekturmeldung ist dann nach 2,5 Jahren möglich. Ergebnismengen könnten sogar nach etwas mehr als 1 Jahr verfügbar gemacht werden. Ob und inwieweit durch einen Verzicht auf die Korrekturmeldung ein Qualitätsverlust einhergeht, ist anhand einer Analyse zu ermitteln.

Um die laufende Bearbeitung von Anträgen möglichst wenig einzuschränken und da ein Zugriff auf die DaTraV-Daten erforderlich ist, wird das Projekt als befristetes Forschungsprojekt (18 Personenmonate) in und mit der Datenaufbereitungsstelle umgesetzt werden.