DIMDI - CCAM - Classification commune des artes médicaux - Basisinformationen


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Basisinformation zur CCAM

Hier finden Sie Basisinformationen und Beispiele zur CCAM.

Entstehung

In Frankreich wurde die Absicht verfolgt, durch eine Vereinheitlichung der Prozeduren für den ambulanten und den stationären Sektor die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten zu sichern, den Verschlüsselnden durch ein einheitliches System das Leben zu erleichtern und die Pflege dieses Instrumentes zu vereinfachen.

In einer Arbeitsgruppe aus Vertretern des Arbeits- und Sozialministeriums, (Krankenhausverwaltung, Sozialverwaltung, Gesundheitsverwaltung, Amt für Statistik, Studien und Informationssysteme), des Institutes für Nomenklaturen im Gesundheitswesen und der drei Haupt-Krankenversicherungsträger (Nationale Arbeiterkrankenkasse, Zentralkasse der landwirtschaftlichen Sozialgemeinschaft, Autonome Krankenkasse der freien Berufe) wurden folgende Ziele der CCAM formuliert:

Es sollte die medizinische Prozedur exakt benannt werden und es sollten auf diese Weise die Mittel korrekt verteilt werden.

Die Texte wurden anhand der bestehenden Klassifikation für den stationären Sektor CdAM (Catalogue des Actes Médicaux) zusammengestellt, geprüft und den wissenschaftlichen Fachgesellschaften vorgelegt. Anschließend wurde die Übereinstimmung mit der Europäischen Vornorm ENV 1828 und mit der französischen Terminologie überprüft. Etwa 300 neue, obsolete oder nur fraglich abzurechnende Prozeduren wurden durch die ANAES ( Agence Nationale d'Accréditation und d'Evaluation en Santé [Nationale Agentur zur Akkreditierung und Evaluation in der Medizin]) überprüft. Die gegenwärtige Form der CCAM beinhaltet nur ärztliche Handlungen. In einem weiteren Schritt werden noch Prozeduren für die Hebammen, die Physiotherapeuten und andere im Gesundheitssystem beteiligte Gruppen hinzukommen. Die CCAM wird dann in CCAPS (Classification des Actes des Professions de Santé [Klassifikation der Prozeduren der Berufsgruppen im Gesundheitssystem]) umbenannt werden.

Inhalte

Die CCAM besteht aus Komplexkodenummern, die alle für eine Prozedur nach den Regeln der Kunst erforderlichen Handgriffe enthalten, aus Einzelhandlungen und aus Ergänzungstätigkeiten. In bestimmten Fällen sind Kombinationen möglich. Um eine erhebliche Ausweitung der Zahl der Schlüsselnummern zu verhindern, wurde durch die Formulierung so genannter fakultativer Ergänzungstätigkeiten ("intraoperative Entnahme von Knochenmaterial abseits des Hauptoperationssitus") vom Prinzip des Komplexkode abgewichen. Auf die Nennung bestimmter Krankheitsbilder wurde verzichtet. Ausnahmen finden sich teilweise im Bereich der Korrekturen von Mißbildungen, da es aufgrund der Komplexität der Eingriffe eines unverständlich langen und komplizierten Textes bedurft hätte.

Für einzelne Schlüsselnummern werden Modifikatoren wie "dringlich" definiert, wenn nicht aus dem Text schon die Dringlichkeit hervorgeht ("offene Aufhebung der Hodentorsion und Orchidopexie").

Den einzelnen Einträgen wurden in Anlehnung an Arbeiten der Abteilung für öffentliches Gesundheitswesen der Harvard-Universität, Boston, aufwendig ermittelte, mit den Fachgesellschaften erarbeitete und interdisziplinär abgeglichene Punktwerte für die medizinische Arbeit und Beträge für die Sachkosten beigefügt. Punkt- und Zeitwerte finden sich für ca. 30% der Einträge, da hier die Arbeit der anästhesiologischen wissenschaftlichen Fachgesellschaft noch nicht weiter gediehen war.

Struktur

Die CCAM besteht aus 16 Kapiteln, die nach Organsystemen geordnet sind, dem Kapitel 17, in dem Handlungen ohne Organzuordnung aufgeführt sind und aus dem Kapitel 18, in dem Zusatzhandlungen beschrieben sind. Insgesamt sind in ihr 7100 medizinische und zahnmedizinische Schlüsselnummern enthalten.

Jedes Kapitel ist unterteilt in diagnostische und in therapeutische Prozeduren. Erstere werden weiter unterteilt nach Verfahren und dann nach Organen; bei letzteren folgt die weitere Unterteilung erst nach den Organen und dann der Art der Tätigkeit (Implantation, Entfernung, Exzision, Destruktion, Infiltration, Reparation, Exhairese, Naht, Transplantatentnahme, Befreiung).

Jeder Eintragstext enthält die zwei Pflichteinträge "Tätigkeit" und "Anatomie" und die zwei optionalen Achsen "Zugang" und "Verfahren". Letztere werden nicht angegeben, wenn sie evident sind.

Alle Einträge befinden sich auf der fünften Unterebene der systematischen Darstellung. Hier sind den einzelnen Verrichtungen die Angaben zum medizinischen Aufwand und zu den Kosten zugeordnet.

In manchen Unterkapiteln kann auf dieser Ebene auch noch eine im Unterkapitelkopf spezifizierte detailliertere Lokalisationsangabe unter Verwendung des "@" angefügt werden.
Die verwendeten Begriffe und Bezeichnungen wurden innerhalb des Schlüssels vereinheitlicht. Die anatomischen Bezeichnungen entstammen der französischen Fassung der internationalen anatomischen Nomenklatur. Auch die übrigen medizinischen Fachbegriffe würden in der französischen Form eingesetzt. Gebräuchliche Redewendungen wurden so weit wie möglich verwendet. Sofern hierdurch aber Mehrdeutigkeiten entstanden, wurden Wörter neu gebildet und die medizinisch-umgangssprachlichen Bezeichnungen in Klammern angehängt. Bei ansonsten mehrdeutigen Begriffen wurden Definitionen formuliert. Es wurde sich jeweils auf eine Wortbedeutung festgelegt und dieses Wort dann in genau diesem Sinne in der gesamten Klassifikation verwendet.

Die Reihenfolge in der Darstellung erfolgt kraniokaudal respektive proximodistal. Handlungen die in mehreren Kapiteln angewendet werden können, verbleiben dem Kapitel/ Bereich zugeordnet, in dem sie zuerst genannt werden. Somit wird ein Arzt selten alle Tätigkeiten seines Bereiches in nur einem systematischen Kapitel abgebildet finden.

Die Schlüsselnummern sind siebenstellig und bestehen aus vier Großbuchstaben gefolgt von 3 arabischen Ziffern. Die ersten beiden Großbuchstaben beschreiben die Region bzw. das System und dessen Untereinheit, auf die die Tätigkeit ausgeübt wird. Es folgt ein Großbuchstabe für die Art der Tätigkeit (Vergrößerung, Entfernung ohne Ersatz ...) und einer für den Zugang (offen, durch Körperöffnung mit Endoskop, ... durch ionisierende Strahlung ...). Auf dieser Ebene enden die systematischen Achsen. Unterschiedliche Prozeduren, deren Großbuchstabensequenz identisch ist, wurden durchnummeriert. Auf diese Weise soll die Erweiterbarkeit der Klassifikation wie auch die Möglichkeit der Streichung einzelner Prozeduren ermöglicht werden, ohne die Grundstruktur zu gefährden.

Sofern vorhersehbar ist, dass zur vollständigen Dokumentation eines Eingriffes zusätzliche Schlüsselnummern erforderlich sind, findet sich ein Hinweis im entsprechenden Bereich in der Art: "ggf. kodiere zusätzlich Lymphknotenentfernung". Die Verwendung von Zusatzschlüsselnummern, Kombinationen und Modifikatoren für eine Schlüsselnummer ist durch eine zusätzliche Auszeichnung geregelt.

Bei der Verschlüsselung ist zudem die Art des Teams (chirurgisch, anästhesiologisch) und der Einsatz einer extrakorporalen Zirkulation zusätzlich anzugeben. Hieraus werden dann Punktwerte und Zeiten entsprechend den jeweiligen Einträgen berechnet. Den Punkten werden jährlich neu definierte Geldbeträge zugeordnet.

Anwendung

Die CCAM wird in verschiedenen Formen entsprechend der Zielgruppe herausgegeben werden. Neben einer Buchform wird auch eine elektronische Variante mit Programmumgebung erstellt. Hier können die Benutzer eigene Stichwortverzeichnisse aufbauen. Auch die o. g. Zusatzangaben sollen hier komfortabel verschlüsselt werden können.

Um die Nutzung zu vereinfachen, orientiert sich die Darstellung der CCAM nur teilweise an den Achsen der Systematik, die sich durch die Schlüsselnummern ergeben. Im u.g. Beispiel finden sich Ziffern aus dem Bereich Nervensystem (A..) im Kapitel Urogenitalsystem wieder, da von der Systematik her sie zum Nervensystem, vom Thema her sie aber zum Urogenitalsystem gehören. Die CCAM ist mit einer ausführlichen Beschreibung und einem Regelwerk betreffend ihre Anwendung versehen.

Weiterführende Informationen und Beispiele

Eine Onlineversion und weiterführende Informationen in französischer Sprache finden Sie  beim PMSI (Programme de Médicalisation des Systèmes d’Information).

Beispiel Urogenitalsystem

08  UROGENITALSYSTEM 

MIT AUSSCHLUSS VON : Handlungen betreffend die Zeugung und die Schwangerschaft

   
08.01 DIAGNOSTISCHE HANDLUNGEN Chirurgie/Innere Med. / Zahnmedizin Anästhesie
 
Aufwand (gesamt)
Dauer (gesamt)
Aufwand (gesamt)
Dauer (gesamt)
08.01.01 Elektrophysiologie
AHQB008 Elektromyographische Untersuchung des Perineums durch Nadelelektrode  73 27‘    
AHQB028 Elektromyographische Untersuchung des Perineums, mit Untersuchung der Latenzzeiten der Sakralreflexe, durch Nadelelektrode  87 48‘    
AHQB003 Elektromyographische Untersuchung des Perineum, mit Untersuchung der motorischen Latenz des Nervus pudendus [Schamnerv], durch Nadelelektrode  115 35‘    
AHQB002 Elektromyographische Untersuchung des Perineum, mit Untersuchung der Latenz des Bulbospongiosusreflexes und der zentralen somatosensiblen evorzierten Potentiale des Nervus pudendus [Schamnerv]  126 40‘    
AHQD001 Elektromyographische Untersuchung des Perineums, mit Untersuchung der Latenzzeiten der Sakralreflexe und der distalen Latenzen des Nervus pudendus [Schamnerv] durch intrarektale Stimulation.  131 45‘    
AHQD002  Elektromyographische Untersuchung des Perineums, mit Untersuchung der Latenzzeiten der Sakralreflexe, der distalen Latenzen des Nervus pudendus [Schamnerv] durch intrarektale Stimulation und der zentralen somatosensiblen evorzierten Potentiale durch Stimulation des Nervus pudendus  134 45‘    
AHQB016 Elektromyographische Untersuchung des Perineums, mit Untersuchung der Latenzzeiten der Sakralreflexe, der sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus dorsalis penis, der zentralen somatosensiblen evorzierten Potentiale und der sympathischen perinealen Hautreaktionen  162 100‘    
       
08.02  Therapeutische Handlungen am Harntrakt Chirurgie/Innere Med. / Zahnmedizin Anästhesie
 
Aufwand (gesamt)
Dauer (gesamt)
Aufwand (gesamt)
Dauer (gesamt)
08.02.01  Niere
08.02.01.01 Entleerung und Sklerosierung einer Flüssigkeitsansammlung
JANH002 Sklerosierung einer Zyste der Niere durch Injektion einer pharmakologischen Substanz, durch perkutanen Weg mit Steuerung durch CT 138 48‘    
JANH001 
Sklerosierung mehrerer Zysten der Niere durch Injektion einer pharmakologischen Substanz, durch perkutanen Weg mit Steuerung durch CT
175 73‘    
08.02.01.02 Partielle Resektion der Niere
JAFC008 Resektion einer nicht parasitären Zyste der Niere, durch Laparoskopie oder Retroperitoneoskopie  
516 138‘    
JAFA007 
Resektion einer nicht parasitären Zyste der Niere, durch Lumbotomie  
344 112‘    
JAFA004 
Resektion einer parasitären Zyste, durch Lumbotomie 
522 153‘    
JAFC005  
partielle Nephrektomie, durch Laparoskopie oder Retroperitoneoskopie 942 244‘    
JAFA030 partielle Nephrektomie ohne Dissektion der Gefäßwurzel, durch Laparotomie   somatosensiblen evorzierten Potentiale und der sympathischen perinealen Hautreaktionen  675 169‘  453  183‘

(Die Punkt- und Zeitwerte müssen nicht mit der Endversion der CCAM übereinstimmen.)

Beispiel: Gliederung einzelner Schlüsselnummern

 

AHQB008  Elektromyographische Untersuchung des Perineum durch Nadelelektrode
AH Q B 008
Anatomie Verfahren Zugang  
"... des Perineums ..." "-graphisch..." "... durch Nadel- ..." Fall: keine sonstigen Maßnahmen
Zentralnervensystem, ohne nähere Angaben oder in Kombination Aufzeichnen: "Erzeugen und Analysieren eines dauerhaften Dokumentes, das ein Bild des Körpers, seiner Organe oder die Funktion eines Organes widergibt, mit Hilfe eines geeigneten Gerätes" Transparietaler Zugang: "Zugang zum Operationssitus durch Punktion oder durch minimale Inzision der Haut und aller darunter liegenden Gewebe ohne Einführen eines optischen Gerätes" Fortlaufende Ziffer für  alle Einträge unter "AHQB"
JAFC008   Resektion einer nicht parasitären Zyste der Niere, durch Laparoskopie oder Retroperitoneoskopie
JA F C 008
Anatomie Verfahren Zugang  
"... der Niere ..." "Resektion ..." "... durch Laparoskopie oder Retroperitoneoskopie ..." Fall: nicht parasitäre Zyste
an der Niere Exzidieren: "Entfernen eines Teiles des Körpers, indem er durch einen Schnitt von diesem getrennt wird" Endoskopischer transparietaler Zugang: "Zugang zum Operationssitus durch Punktion oder durch minimale Inzision der Haut und aller darunter liegenden Gewebe mit Einführen eines optischen Gerätes" Fortlaufende Ziffer für  alle Einträge unter "JAFC"