Wie wird mit dem OPS kodiert?
Der OPS ist eine Prozedurenklassifikation, d.h. ein
Ordnungssystem zum Erschließen der Inhalte z.B. einer Krankenakte
oder einer Falldokumentation: Welcher Gruppe von Operationen,
Prozeduren und medizinischen Maßnahmen in der Klassifikation sind
die Maßnahmen, die durch die Klartexteinträge in der Dokumentation
benannt sind, zuzuordnen? Durch welche Kodes werden sie korrekt
repräsentiert? Das Zuordnen des oder der entsprechenden Kodes ist
das Kodieren bzw. Verschlüsseln.
Wie wird kodiert?
Zum Verschlüsseln benötigen Sie das Systematische und das
Alphabetische Verzeichnis zum OPS. Die Dateien finden Sie im Downloadcenter Klassifikationen,
einführende Informationen hier:
Was ist zu beachten?
Die wichtigsten Grundregeln lauten:
- Kodiert werden kann nur, was auch ausreichend und richtig
dokumentiert worden ist.
- Es wird immer so spezifisch wie möglich kodiert. Restgruppen
wie "sonstige" oder "nicht näher bezeichnet" werden nur dann
kodiert, wenn tatsächlich keine spezifische Information
dokumentiert ist.
Im Vorspann des Systematischen Verzeichnisses finden Sie die Hinweise für die Benutzung des OPS. Das
Alphabetische Verzeichnis enthält eine Einführung mit Hinweisen,
wie Sie bei Ihrer Suche nach einer Prozedurenbezeichnung am besten
vorgehen.
Die Broschüre "Basiswissen Kodieren" bietet eine kurze
Einführung in die Anwendung von OPS und ICD-10-GM.
In den einzelnen Kategorien des Systematischen Verzeichnisses
sind häufig nähere Erklärungen zur Kategorie, sog. Klassenattribute enthalten, und zwar Inklusiva,
Exklusiva (Einschluss- und Ausschlussvermerke) und Hinweise zur
Kodierung sowie Subklassifikationen. Auch auf den übergeordneten
Hierarchieebenen, also unter den Untergruppen-, Gruppen- und
Kapitelüberschriften, gibt es ggf. solche Klassenattribute, die für
die nachgeordneten Kodes beachtet werden müssen.
Einige kodespezifische Fragen werden in den FAQs zum OPS behandelt. Für die Komplexkodes für
Psychiatrie und Psychosomatik gibt es besondere Hinweise.
Vorrangig gelten für einige Anwendungsbereiche
erlassene Kodierrichtlinien, die Deutsche Kodierrichtlinien
(DKR) des InEK für den stationären Bereich und die Deutsche
Kodierrichtlinien für die Psychiatrie/Psychosomatik (Psych-DKR) des
InEK für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen.
Sie finden sie versionsbezogen auf der Website des InEK.
Anwendungsbeispiel
Am einfachsten ist die Verschlüsselung mit dem Alphabetischen Verzeichnis. Es enthält in
alphabetischer Sortierung mehr als 60.000 Einträge zu Operationen,
Prozeduren und medizinischen Maßnahmen, denen jeweils der passende
OPS-Kode zugeordnet ist. Die Prozeduren sind unter dem Namen der
Prozedur zu finden und - sofern die Prozedur lokalisationsgebunden
ist - auch unter der Lokalisation.
Den im Alphabet gefundenen Kode müssen Sie unbedingt im Systematischen Verzeichnis noch einmal
nachschlagen: Zum einen müssen Sie sich vergewissern, dass Sie mit
dem gefundenen Kode im richtigen Kontext innerhalb der Systematik
liegen. Zum anderen könnten sich dort auf den verschiedenen
Hierarchieebenen der Klassifikation noch spezifische Hinweise zur
Kodierung finden, die den Kode, die übergeordnete Gruppe oder das
ganze Kapitel betreffen.
Wie wird eine "Spalthauttransplantation am rechten Oberarm bei
Verbrennung" verschlüsselt?
- Schlagen Sie im Alphabetischen Verzeichnis z.B. unter
"Spalthaut, - Transplantation, -- Oberarm" oder unter
"Transplantation, - Spalthaut, -- Oberarm" oder unter "Oberarm, -
Transplantation, -- Spalthaut" nach. Nach "Verbrennung" können Sie
nicht suchen, da es sich bei "Verbrennung" um eine Diagnose
handelt, und Diagnosen kommen im OPS-Alphabet nur in Ausnahmefällen
vor.
- Sie finden dort den Eintrag: "bei Verbrennung und Verätzung 5-925.07", gefolgt
von einem Doppelpfeil.
- Wenn Sie diese Schlüsselnummer im Systematischen Verzeichnis nachschlagen, finden
Sie statt des 6-Stellers 5-925.07 den 5-stelligen Eintrag "**5-925.0 Spalthaut". Um sicherzugehen, dass
Sie sich im richtigen Kontext (Art der Prozedur, Lokalisation)
befinden, suchen Sie bitte den übergeordneten Eintrag 5-925 auf.
Der Klassentitel lautet hier: "Freie Hauttransplantation und
Lappenplastik an Haut und Unterhaut bei Verbrennungen und
Verätzungen, Empfängerstelle". Sie sind also korrekt bei
Hauttransplantation bei Verbrennung gelandet. Es folgen ein
Inklusivum (Inkl.:), mehrere Exklusiva (Exkl.:) und Hinweise
(Hinw.:).
- Prüfen Sie zunächst die Exklusiva: Ist die Prozedur, die Sie
verschlüsseln wollen, in der Liste der Exklusiva enthalten? Wenn
ja, müssen Sie den Kode nehmen, der hinter dieser Prozedur genannt
ist, und an der entsprechenden Stelle in der Systematik
nachschlagen. Wahrscheinlich ist der dort gefundene Kode zu
verwenden. Im Beispiel ist das nicht der Fall.
- Lesen Sie dann die Hinweise und beachten Sie sie. Wichtig ist
im Beispiel vor allem der dritte Hinweis: "Die Lokalisation ist an
der sechsten Stelle nach der Liste vor Kode 5-920 zu kodieren".
Dieser Hinweis korrespondiert mit den beiden Sternchen, die dem
Fünfsteller vorangestellt sind. In den Hinweisen zur Benutzung
steht zum Doppelstern: "Kodes mit Doppelstern (**) am linken Rand
des jeweiligen Kodes kennzeichnen 5-Steller, bei denen für die
Kodierung eine 6-stellige Untergliederung zu benutzen ist, die
durch die Kombination des 5-Stellers mit einer Liste
entsteht."
- Blättern Sie also zurück zum Kode 5-920. Unter dem
übergeordneten 3-Steller "5-92 Operationen an Haut und Unterhaut
bei Verbrennungen und Verätzungen" finden Sie u.a. den Hinweis:
"Die Lokalisation ist für die Kodes 5-920, 5-921 und 5-923 bis
5-929 nach folgender Liste zu kodieren:". Der Hinweis gilt also
auch für den im Alphabet gefundenen Eintrag "**5-925.0 Spalthaut".
Die dann folgende Liste mit den Kodes 0 bis x enthält mögliche
Lokalisationen; bei paarigen Organen ist der Kode wieder mit einem
Doppelpfeil (Seitenangabe notwendig) gekennzeichnet. Die
benötigte Lokalisation Oberarm wird kodiert mit 7 Doppelpfeil. Der
5-Steller 5-925.0 muss also in der 6. Stelle um die 7 ergänzt
werden zu 5-925.07. Das ist genau der Kode, den Sie im
Alphabet gefunden hatten.
- Im Alphabet war der Kode wie die zu ergänzende 7 mit
einem Doppelpfeil gekennzeichnet. Der Doppelpfeil bedeutet, dass
Sie den Kode um eine Seitenlokalisation (Rechts R, Links L,
Beidseits B) ergänzen müssen.
- Der gesuchte Kode für die "Spalthauttransplantation am rechten
Oberarm bei Verbrennung" ist also 5-925.07 R.
- Die gesuchte Kodierung ist nur dann korrekt, wenn Sie alle
Ausschlussvermerke und sonstige Hinweise der übergeordneten Gruppe
"Operationen an der Haut und Unterhaut (5-89... 5-92)" und der
Kategorien 5-92, 5-925 und 5-925.0 korrekt beachtet
haben.
- Möchten Sie für Zwecke des G-DRG-Systems kodieren, müssen
darüber hinaus die Deutschen Kodierrichtlinien vorrangig beachtet
werden.