Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
LOINC (Logical Observation Identifiers Names
and Codes) ist ein System zur eindeutigen Verschlüsselung
von medizinischen Untersuchungen, insbesondere Laboruntersuchungen.
LOINC wird als Datenbank vom Regenstrief Institute (USA) herausgegeben und
regelmäßig aktualisiert. Zum Abrufen der Datenbankinhalte stellt
das Institut den Regenstrief LOINC Mapping Assisstant
(RELMA
®) zur Verfügung. Darüber sind auch die deutschen
Übersetzungen von LOINC-Einträgen zugänglich.
Das DIMDI fördert die Einführung von LOINC. Es übernimmt die Funktion der zentralen Datenhaltung und koordiniert den Informationsaustausch mit den zuständigen internationalen Institutionen, Projektgruppen und der Industrie. Nationale Ergebnisse, Informationen und Aktivitäten im Zusammenhang mit LOINC fließen beim DIMDI zusammen. So werden Doppelarbeiten und Inkompatibilitäten mit anderen Standards vermieden und ein öffentlicher und sicherer Zugang gewährleistet. Das DIMDI koordinierte auch die deutsche Übersetzung von LOINC-Einträgen.
LOINC ist eine Nomenklatur - eine Sammlung von universellen, weltweit eindeutigen Identifikatioren für medizinische Untersuchungsergebnisse. Ursprünglich vom Regenstrief Institute für Laboruntersuchungen entwickelt, wurde LOINC auf klinische und medizinisch-technische Untersuchungen, medizinische Dokumententypen und andere medizinische Parameter ausgeweitet.
Beispiele:
| Kode | LOINC-Bezeichnung |
|---|---|
| 2828-2 | Kalium |
| 2089-1 | Cholesterin in Low Density Lipoprotein (LDL) |
| 34084-4 | Sektion für Arzneimittelnebenwirkungen |
| 32385-7 | Babinski-Reflex |
Informationssysteme im Gesundheitswesen wie Laborinformationssysteme oder -analysegeräte verwenden überwiegend eigene (proprietäre) Verschlüsselungssysteme, um Daten zu kommunizieren. Empfänger können daher erhaltene Werte unter Umständen nur unvollständig verstehen und nicht richtig ein- und zuordnen. Dazu benötigen sie den entsprechenden Schlüssel des Datenlieferanten in Form sogenannter Mapping-Tabellen.
Unmöglich wird die Zuordnung der Werte, wenn gelieferte Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen. So kann ein Krankenhaus Untersuchungsergebnisse von mehreren Labors erhalten, die unterschiedlich kodieren. Dann wird es für das Krankenhaus sehr aufwändig und fehleranfällig, wenn die Kodes aus den verschiedenen Quellen manuell mit dem jeweiligen zugehörigen Schlüssel verknüpft werden müssen. LOINC fördert durch standardisierte Bezeichnungen den Austausch und das Zusammenführen von Untersuchungsergebnissen und kann für den Datenaustausch in Labor, Klinik und Praxis eingesetzt werden. Das nutzt derzeit z.B. der VHitG-Arztbrief.
Die LOINC-Datenbank besteht aus zwei Teilen:
Der Teil zu den Laboruntersuchungen enthält die gängigen
Kategorien der klinischen Chemie, Hämatologie, Serologie,
Mikrobiologie (inkl. Parasitologie und Virologie) und Toxikologie.
Es gibt Kategorien für Medikamente, Drogen, Allergene und für
Zellzählungen, wie sie in einem Blutbild oder einer Liquorzytologie
vorkommen.
Laborbestimmungen zur Antibiotika-Empfindlichkeit stellen
eine eigene Kategorie dar.
Der Teil zu den klinischen Untersuchungen der LOINC-Datenbank enthält Einträge zu Vitalzeichen, hämodynamischer Bestimmung, Flüssigkeitsbilanzierung, EKG, Ultraschall in der Geburtshilfe, Echokardiographie, Bildgebung in der Urologie, endoskopischen Untersuchungen in der Gastroenterologie, Beatmung und weiteren klinischen Untersuchungen.
Das Regenstrief Institute unterhält die
LOINC-Datenbank und die zugehörige Dokumentation (User's Manual).
Weiterführende Informationen auf Deutsch finden Sie unter
anderem bei der HL7-Benutzergruppe Deutschland und der
LOINC-Benutzergruppe.
Das mitgelieferte Programm RELMA (Regenstrief LOINC Mapping Assistant) enthält ab der Version 5.0 qualitätsgesicherte deutsche Übersetzungen. Dazu wurden die LOINC-Bezeichnungen von rund 11.000 häufig angewendeten Untersuchungsverfahren durch medizinische Experten ins Deutsche übersetzt. Das DIMDI koordinierte die Übersetzung und sorgte für die Qualitätssicherung.
Die in RELMA integrierten intelligenten Suchfunktionen der Open-Source-Software Lucene wurden auf die übersetzten deutschen Bezeichnungen ausgeweitet. Darüber hinaus werden die Suchergebnisse jetzt strukturiert dargestellt: Eine Sortierung nach Achsen (Component/Property/System) ist möglich. RELMA bietet außerdem ein Mapping und ermöglicht es damit, eigene Bezeichnungen auf LOINC-Kodes überzuleiten. Auch zur Beantragung neuer LOINC-Kodes bietet RELMA unterstützende Funktionen.
Das Regenstrief Institute bietet mit der LOINC-Online-Suche eine vereinfachte Suche für aktuelle LOINC-Begriffe an.
Wenn in Ihrem Browser als bevorzugte Anzeigesprache Deutsch eingestellt ist, startet die LOINC-Online-Suche mit deutschsprachiger Benutzeroberfläche. Beim ersten Start sind als Suchbereich noch die englischsprachigen LOINC-Bezeichner voreingestellt. Mit "Set Language" oben rechts auf der Seite können Sie zwischen verschiedenen Sprachen und Sprachvarianten der LOINC-Bezeichner wählen.
Wenn Sie nach deutschen LOINC-Bezeichnern suchen möchten, müssen Sie dort "German (GERMANY)" einstellen. Für die Suche in der vollständigen Datenbank mit den englischsprachigen Bezeichnern muss dort "English (UNITED STATES)" eingestellt sein (Voreinstellung).
Beachten Sie bitte, dass bei jeder Änderung sowohl die Sprache
der LOINC-Bezeichner als auch der Benutzeroberfläche festgelegt
wird.
Über den Menüpunkt "Hilfe" – "Suchanfragen Syntax"
erhalten Sie Hinweise, wie Sie Ihre Suchanfrage optimieren können.
Über "Optionen" können Sie die Darstellung der Ergebnisse
konfigurieren.
Haben Sie noch Fragen oder Anregungen? Dann wenden Sie sich bitte an unser Helpdesk Klassifikationen:
Tel.: +49 221 4724-524
E-Mail: Helpdesk Klassifikationen