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Architektur der ICD-11

Das Ziel der 11. Revision ist es, kohärente Diagnosenklassifikationen für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu schaffen, die medizinisch-wissenschaftlich und informationstechnologisch auf aktuellem Stand ist. Dieses Ziel findet seinen Niederschlag in einer gegenüber der ICD-10 neuen und andersartigen Architektur:

Während die ICD-10 statisch ist, besteht die ICD-11 aus einer umfassenden Datenbasis/Datenbank.

Eine Software kann dann aus dieser Sammlung von Entitäten Teilmengen für bestimmte Anwendungszwecke extrahieren, erstellt also unterschiedliche Klassifikationen für verschiedene Zwecke, Druckausgaben, Überleitungen zur ICD-10 usw. Auch ein Kodiertool sowie weitereTools, z.B. zur Unterstützung von Übersetzungen, sind Bestandteil der ICD-11.

Zur Betrachtung der ICD-11 gibt es einen ICD-11-Browser.

Bitte beachten Sie: Die ICD-11 Beta Draft ist noch in der Entwicklung, alle Beschreibungen beziehen sich auf den Stand 12/2016.

Sammlung von Entitäten als Datenbasis: "Foundation"

Klassifikationselemente sind zum Einen wie bisher medizinische Begriffe und Konzepte für Krankheiten, Gesundheitsprobleme, Syndrome, Krankheitszeichen, Symptome, abnormale Befunde, Beschwerden, soziale Umstände, äußere Ursachen von Verletzungen usw., die Datenbasis umfasst also laut WHO den "ganzen ICD-Kosmos".

Neu ist, dass auch Kapitel und Gruppen als Entitiäten betrachtet werden und in der Datenbasis enthalten sind. Außer der jeweiligen Vorzugsbezeichnung einer Entität sind auch Synonyme und Quasisynonyme berücksichtigt. Nicht berücksichtigt sind in der Foundation die sog. Restklassen für "sonstige näher bezeichnete" und "nicht näher bezeichnete" Krankheiten usw.

Jede Entität hat eine eindeutige, unveränderliche Identifikationsnummer, die bzgl. ihrer Funktion der Alpha-ID entspricht. Beschrieben werden die Entitäten jeweils durch eine Reihe von Einzelinformationen ("content model parameters"). Zwischen den Entitäten gibt es vielfältige Links, die ihre Beziehungen untereinander festlegen, z.B. Eltern-Kind-Beziehungen oder Synonymie. Dabei schließen sich die Entitäten der Foundation nicht wechselseitig aus und eine Entität kann mehr als ein Elternelement haben ("Multi-Parenting").

Die WHO stellt umfangreiche Software und Tools zur Unterstützung bei Anwendung, Pflege, Mapping, Übersetzung usw. bereit.

Alpha-ID zur ICD-10-GM

Darstellung zweckbezogener spezifischer Teilmengen: "Linearizations"

Aus der Datenbasis können spezifisch für den jeweiligen Anwendungszweck ("use case") Teilmengen ("Subsets"), also Klassifikationen, extrahiert werden, die sog. Linearizations.

In den Linearizations schließen sich - wie es für eine Klassifikation erforderlich ist - die Entitäten ("stem codes") wechselseitig aus ("mutually exclusive") und jede Entität hat nur ein originäres Elternelement ("primary parent"). Eine Entität kann also in der Foundation mehr Kindelemente haben als in einer Linearization. Diese "überzähligen" Kindelemente ("grey children") können in der Klassifikation in grauer Schrift eingeblendet werden.

Die in der Foundation nicht berücksichtigen Restklassen für "sonstige näher bezeichnete" und "nicht näher bezeichnete" Krankheiten usw. sind für Klassifikationen unabdingbar. Daher werden im Rahmen von Linearizations diese Restklassen für jede Gruppe von Entitäten, also für Kapitel, Gruppen, Untergruppen und Kategorien, die weitere Subkategorien haben, automatisch generiert.

ICD-11 MMS als Teilmenge für Morbiditäts- und Mortalitätskodierung

In der ICD-11 Beta Draft ist als Linearization, also als spezifische Teilmenge, die Klassifikation "ICD-11 Morbidity and Mortalitiy Statistics" (ICD-11 MMS) realisiert, in der die beiden Hauptanwendungsgebiete der ICD, die Kodierung der Morbidität und die Kodierung der Mortalität, berücksichtigt sind. Die MMS enthält z.B. die Kategorien für die internationale Berichterstattung für die Todesursachenstatistik.

Diese ICD-11 MMS ist damit die designierte Nachfolgerin der ICD-10 der WHO, sie kann als Beta Draft im sog. ICD-11-Browser angesehen werden. Informationen zum Aufbau finden Sie auf unserer Webseite:

ICD-11 MMS Aufbau

ICD-11-Beta-Draft-Browser

Im Gegensatz zum "statischen" ICD-10-Browser (Leitfarbe Grün), der die ICD-10 in der bekannten (Buch)Fassung zeigt, ermöglicht der ICD-11-Beta-Draft-Browser (Leitfarbe Orange) entsprechend der neuartigen Architektur der ICD-11 grundsätzlich mindestens 2 Ansichten. Die Ansicht kann über zwei Tabs über dem rechten Browserfenster ausgewählt werden: "Foundation" und "Linearization".

Die Ansicht "Linearization" bietet zurzeit nur die Option "Mortality and Morbidity Statistics" (MMS). Hier findet sich auch das Coding tool. Die Option "Print Versions", für die MMS ist nur für registrierte Nutzer zugänglich; die Registrierung ist für jeden Interessierten möglich.

Die Bezeichnung der Ansicht "Foundation" bzw. "Mortality and Morbidity Statistics" wird jeweils rechts neben dem Browser-Titel "ICD-11 Beta Draft" angezeigt.

Die Ansichten selbst unterscheiden sich im linken Browserfenster (Hierarchie) dadurch, dass bei "Foundation" im Gegensatz zur "Mortality and Morbidity Statistics" keine Kapitelnummern und beim Öffnen weiterer Hierarchieebenen über die Dreiecksymbole keine Kodes oder Kodebereiche angezeigt werden.

In der Default-Einstellung ICD-11 Beta Draft (Motalitiy and Morbitity Statistics) präsentiert sich die ICD-11 auf den ersten Blick wie die ICD-10 im ICD-10-Browser.

Browserfunktionen

Im Gegensatz zum ICD-10-Browser hat der ICD-11-Browser 3 Fenster und viele Anzeigeoptionen. Nähere Informationen erhalten Sie über Tooltips und das ?-Icon.

Hierarchie im linken Browserfenster

Im linken Browserfenster wird jeweils die Hierarchie der Klassifikation angezeigt. Während im ICD-10-Browser nur ein einziges Icon "Collapse al nodes" zur Verfügung steht, gibt es beim ICD-11-Browser 4 Icons:

  • Show/hide availability main linearizations. Hiermit wird durch ein Farbkode für jede Entität angezeigt, in welchem Subset, in welcher Linearization, sie enthalten ist. Die blaue Markierung steht für die ICD-11 MMS.
  • Toggle displaying foundation children that are located elsewhere in the classification. Hiermit können in einer Linearization Entitiäten (in grauer statt schwarzer Schrift) ein- bzw. ausgeblendet werden, die in der Foundation mehr als ein Elternelement haben und primär an anderer Stelle bzw. anderen Stellen in der Klassifikation eingeordnet sind; sie werden als "grey children" bezeichnet.
  • Collapse all node. Hiermit werden alle Knoten es Hierarchiebaumes geschlossen
  • Toggle visualizations. Hiermit wird in einem zusätzlichen Browserfenster eine grafische Visualisierung der hierarchischen Einordnung einer ausgewählten Entität angezeigt.
Detailinformation im rechten Browserfenster

Während im ICD-10-Browser im Detailfenster jeweils der in der Hierarchie angeklickte (Kode)bereich des Systematischen Verzeichnisses, also ein Auszug daraus, angezeigt wird, enthält das rechte ICD-11-Browser-Fenster jeweils mehr oder weniger Einzelinformationen ("content model parameters") über das ausgewählte Element, teilweise mit Auswahlmöglichkeit für Anzeigeoptionen:

  • Foundation-ID (numerisch; ausgegraut)
  • Kode (bei Kategorien) und Klassentitel (unterstrichen)
  • Elternelement, sofern vorhanden ("Parent", verlinkt; mit der Option, alle Elterngenerationen anzeigen zu lassen)
  • Definition
  • Sofern vorhanden, wird in einem grünen Feld unter dem Parent-Feld rechts der entsprechende, verlinkte ICD-10-Kode angezeigt.
  • Exklusiva ("Exclusions"; mit Verlinkung)
  • Inklusiva ("Inclusions")
  • Alphabet-Einträge ("All Index Terms", mit bestimmten Informationen; ausblendbar)
  • Ggf. Subklassifikationsliste oder Zusatzkodes ("Post-coordination"; hier können Entitäten um unterschiedliche Zusatzinformationen ergänzt werden, z.B. können Lokalisationslisten angezeigt werden mit passenden/validen zusätzlichen Kodes zur Postkombination; noch in der Entwicklung und nur punktuell angelegt; siehe unten X-Kapitel).

Zunächst steht in der ersten Zeile ausgegraut die ID des ausgewählten Elements, eine eindeutige, unveränderliche Identifikationsnummer für jede Entität der Datenbasis. Sie entspricht bzgl. ihrer Funktion der Alpha-ID der ICD-10-GM.

Es folgen unterstrichen Kode und Klassentitel. Im Unterschied zur ICD-10 werden bei Kapitel- und Gruppentiteln keine Kodebereiche angezeigt (auch in der Hierarchie im linken Browserfenster nicht).

Weitere Einzelangaben werden je nach ausgewählter Entität angezeigt. Keine Angaben erfolgen bei den Restklassen.

Grafische Darstellung der Hierarchie im mittleren Browserfenster

Bei Anklicken des Icons "Toggle visualizations" öffnet sich im Browser ein mittleres Fenster mit einer grafischen Darstellung der hierarchischen Einordnung des ausgewählten Elements. Es werden also für die ausgewählte Entität alle Elternelemente der höheren Hierarchieebenen und soweit vorhanden, die Kindelemente der nächstfolgenden Ebene angezeigt. Jedes Element kann – wie für eine Klassifikation gefordert - nur ein Elternelement, also einen Vorgänger haben. Diese Darstellung kann durch Drag-and-drop verändert werden. Über 4 Icons kann der Modus der Darstellung variiert werden.

Suche

Die Suche im Browser ermöglicht eine schnelle Navigation. Gesucht werden kann nach Klassentitel, Inklusiva, Synonymen und Subkategorien ("narrower terms") . Je nach Eingabe wird eine dynamische Drop-down-Liste mit Optionen/Entitäten unter Berücksichtigung der ICD-Hierarchie angeboten. Über einen Button "Details" können weitere Unterelemente angezeigt werden. Durch Anklicken wird die jeweilige Entität geladen.

Eine Wildcard-Suche ist möglich, um ähnliche Wörter zu finden oder Eingaben zu sparen: Bei Eingabe von z.B. "transp* accident" werden Entitäten gefunden, die die Begriffe "transport" und "accident" enthalten, während "transp*" auch Begriffe wie "transplanted" findet.

Die erweiterte Suche ermöglicht es, über eine Auswahlliste gezielt Eigenschaften der Entitäten bei der Suche auszuschließen, z.B. nur nach Klassentitel zu suchen, oder weitere einzubeziehen, z.B. Definitionen, Exklusiva und viele andere.

Coding tool

Das Kodiertool für die ICD-11 MMS findet sich über das Tab Linearizations. Schon ab der Eingabe der ersten 3 Buchstaben des Suchbegriffs beginnt das Tool mit der Suche und generiert in 3 Spalten 3 Ausgabetypen:

In Spalte 1 wird eine der eingegebenen Buchstabenfolge entsprechende Vorschlagsliste mit Bezeichnungen angezeigt. In Spalte 2 werden passende Entitäten, also passende Kodes angezeigt. Beide Listen können unterschiedlich sortiert werden.

In Spalte 3 wird angezeigt, wieviele Fundstellen in welchem Kapitel waren. Hier können Kapitel für die Suche ein- oder ausgeblendet werden.

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