Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10-WHO) ist eine amtliche Diagnosenklassifikation. Sie ist die unveränderte Übersetzung der englischsprachigen ICD-10 der WHO und wird in Deutschland vor allem für die Todesursachenverschlüsselung angewendet. Es gilt derzeit die ICD-10-WHO Version 2013. Für die Kodierung im ambulanten und stationären Bereich ist die ICD-10-GM anzuwenden.
ICD-10-WHO Version 2013
Das DIMDI gibt die ICD-10-WHO im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit heraus, sie ist gemeinfrei. Seit dem 1. Januar 1998 dient sie in Deutschland der Verschlüsselung von Todesursachen und bildet damit eine Grundlage für die international vergleichbare amtliche Todesursachenstatistik.
Die ICD-10-WHO besteht aus drei Bänden:
Die Abkürzung ICD steht für "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems", die Ziffer 10 bezeichnet die 10. Revision der Klassifikation. Die ICD-10 ist die Nachfolgerin der ICD-9 und Teil der Familie der internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Sie wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und in größeren Abständen grundsätzlich revidiert. Die ICD-10 der WHO ist die international am häufigsten eingesetzte Diagnosenklassifikation (überwiegend zur Mortalitätskodierung). Die ICD-10-WHO ist die unveränderte Übersetzung der englischsprachigen ICD-10 der WHO.
Als WHO-Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen arbeitet das DIMDI bei der Weiterentwicklung der ICD-10 eng mit der WHO zusammen und ist in zahlreichen Arbeitsgruppen und Gremien der WHO vertreten.
In Deutschland gibt es für die ICD-10 zwei wesentliche amtliche Einsatzbereiche:
Zur Todesursachenverschlüsselung dient im Hinblick auf eine international vergleichbare Todesursachenstatistik die unveränderte Übersetzung der ICD-10 der WHO, die ICD-10-WHO. Dagegen wird in der ambulanten und stationären Versorgung eine an die Erfordernisse des deutschen Gesundheitswesens angepasste modifizierte Fassung angewendet: die ICD-10-GM. Beides sind amtliche Fassungen.
ICD-10-GM zur Diagnosenverschlüsselung in ambulanter und stationärer Versorgung
Über die ICD-10-GM hinaus gibt es eine Vielzahl nichtamtlicher Spezialausgaben der ICD-10 für medizinische Fachgebiete zu internen Dokumentationszwecken.
Eine weitverbreitete Adaption der ICD-10 ist die "ICD-10 Classification of Mental and Behavioural
Disorders - Clinical Descriptions and Diagnostic Guidelines"
der WHO.
Diese Spezialausgabe zur Krankheitsverschlüsselung
(Morbiditätsverschlüsselung) in Psychosomatik, Psychiatrie und
Neurologie basiert auf "Kapitel V Psychische und
Verhaltensstörungen" der amtlichen ICD-10 der WHO. Darüber hinaus
enthält sie klinisch-diagnostische Leitlinien. Bezüglich der drei-
und vierstelligen Kategorien entspricht sie der ICD-10. Sie enthält
aber in vielen Kategorien fünfstellige Subkodes, die in der
amtlichen ICD-10 nicht enthalten sind.
Die Spezialausgabe ist in einer deutschen Übersetzung als
"Internationale Klassifikation psychischer Störungen" im Buchhandel
erhältlich. Sie dient vor allem in psychotherapeutischen,
psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken zur
Diagnosenverschlüsselung im Rahmen der medizinischen Dokumentation
und Berichtsfassung.
ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders (PDF, 1,35 MB) der WHO