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ICD-10-WHO

Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10-WHO) ist eine amtliche Diagnosenklassifikation. Sie ist die unveränderte Übersetzung der englischsprachigen ICD-10 der WHO und wird in Deutschland vor allem für die Todesursachenverschlüsselung angewendet. Es gilt derzeit die ICD-10-WHO Version 2016. Für die Kodierung im ambulanten und stationären Bereich ist die ICD-10-GM anzuwenden.

Amtliche Diagnosenklassifikation zur Todesursachenkodierung

Das DIMDI gibt die ICD-10-WHO im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit heraus, sie ist gemeinfrei. Seit dem 1. Januar 1998 dient sie in Deutschland der Verschlüsselung von Todesursachen und bildet damit eine Grundlage für die international vergleichbare amtliche Todesursachenstatistik.

Todesursachenstatistik

Aufbau der ICD-10-WHO

Die ICD-10-WHO besteht aus drei Bänden:

  1. Band 1 enthält das Systematische Verzeichnis (Systematik), also die Vierstellige Ausführliche Systematik (VAS). Er enthält außerdem einführende Texte, die Dreistellige Allgemeine Systematik (DAS) und die Morphologie der Neubildungen der ICD-O.
  2. Band 2 enthält das Regelwerk, bestehend aus einer allgemeinen Einführung in die ICD, den Verschlüsselungsregeln für Mortalität und Morbidität, zahlreichen Beispielen zur Verschlüsselung und einem Überblick über die Geschichte der Klassifikation.
  3. Band 3 enthält das Alphabetische Verzeichnis (Alphabet), eine umfangreiche Sammlung verschlüsselter Diagnosen, Ursachen von Verletzungen und Vergiftungen sowie unerwünschter Nebenwirkungen von Arzneimitteln und chemischen Substanzen.

ICD-10-WHO als Übersetzung der ICD-10 der WHO

Die Abkürzung ICD steht für "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems", die Ziffer 10 bezeichnet die 10. Revision der Klassifikation. Die ICD-10 ist die Nachfolgerin der ICD-9 und Teil der Familie der internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Sie wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und in größeren Abständen grundsätzlich revidiert. Die ICD-10 der WHO ist die international am häufigsten eingesetzte Diagnosenklassifikation (überwiegend zur Mortalitätskodierung). Die ICD-10-WHO ist die unveränderte Übersetzung der englischsprachigen ICD-10 der WHO

ICD-10 2016 version der WHO

DIMDI ist WHO-Kooperationszentrum

Als WHO-Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen arbeitet das DIMDI bei der Weiterentwicklung der ICD-10 eng mit der WHO zusammen und ist in zahlreichen Arbeitsgruppen und Gremien der WHO vertreten.

ICD-10-WHO vs. ICD-10-GM

In Deutschland gibt es für die ICD-10 zwei wesentliche amtliche Einsatzbereiche:

  • Todesursachenverschlüsselung für die Todesursachenstatistik
  • Diagnosenverschlüsselung in der ambulanten Versorgung zur Dokumentation der Arbeitsunfähigkeit und zu Abrechnungszwecken gemäß EBM und in der stationären Versorgung im Rahmen des pauschalierenden Entgeltsystems G-DRG

Zur Todesursachenverschlüsselung dient im Hinblick auf eine international vergleichbare Todesursachenstatistik die unveränderte Übersetzung der ICD-10 der WHO, die ICD-10-WHO. Dagegen wird in der ambulanten und stationären Versorgung eine an die Erfordernisse des deutschen Gesundheitswesens angepasste modifizierte Fassung angewendet: die ICD-10-GM. Beides sind amtliche Fassungen.

ICD-10-GM zur Diagnosenverschlüsselung in ambulanter und stationärer Versorgung

Spezialausgaben der ICD-10

Über die ICD-10-GM hinaus gibt es eine Vielzahl nichtamtlicher Spezialausgaben der ICD-10 für medizinische Fachgebiete zu internen Dokumentationszwecken.

Internationale Klassifikation psychischer Störungen

Eine weitverbreitete Adaption der ICD-10 ist die "ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders - Clinical Descriptions and Diagnostic Guidelines" der WHO.
Diese Spezialausgabe zur Krankheitsverschlüsselung (Morbiditätsverschlüsselung) in Psychosomatik, Psychiatrie und Neurologie basiert auf "Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen" der amtlichen ICD-10 der WHO. Darüber hinaus enthält sie klinisch-diagnostische Leitlinien. Bezüglich der drei- und vierstelligen Kategorien entspricht sie der ICD-10. Sie enthält aber in vielen Kategorien fünfstellige Subkodes, die in der amtlichen ICD-10 nicht enthalten sind.
Die Spezialausgabe ist in einer deutschen Übersetzung als "Internationale Klassifikation psychischer Störungen" im Buchhandel erhältlich. Sie dient vor allem in psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken zur Diagnosenverschlüsselung im Rahmen der medizinischen Dokumentation und Berichtsfassung.

ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders (PDF, 1,35 MB) der WHO

International vergleichbare Gesundheitsstatistiken

Die ICD als international führende Standardklassifikation für Diagnosen ermöglicht, systematische Aufzeichnungen, Analysen, Interpretationen und Vergleiche von Mortalitästs- und Morbiditätsdaten, die in verschiedenen Ländern oder Gebieten und in verschiedenen Zeiträumen gesammelt werden. Ein Ergebnis solcher Auswertungen ist z.B. der Bericht 2014 aus der Serie "World Health Statistics" der WHO.

World Health Statistics 2014 (PDF, 2,5 MB)

 

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