Zum Textbeginn - [Accesskey + 1] Zur Navigation - [Accesskey + 2] Zur Marginalspalte - [Accesskey + 3]

Navigation

lokaler Servicebereich (Marginalspalte)

Seiteninhalt/Textbeginn

Wozu wird mit der ICD-10-GM kodiert?

Ein modernes Gesundheitssystem wie das deutsche ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Kooperation und kommunikativer Vernetzung auf funktionaler, sektoraler, regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Zur Sicherstellung der Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen sind gemeinsame Sprachen, d.h. standardisierte Terminologien/terminologische Standards erforderlich. Diese müssen nicht nur in der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation unmissverständlich sein, sondern auch dann, wenn in der Kommunikationskette elektronische Systeme zwischengeschaltet sind.

Zweckorientierte Standardisierung: Von der Krankenakte zu Abrechnung und Statistik

Patientendokumentationen im Krankenhaus oder beim niedergelassenen Arzt dienen der Therapiedokumentation und -optimierung, sie sind arztindividuell und behandlungsorientiert und daher in einer variationsreichen und äußerst detaillierten medizinischen Fachsprache verfasst.

Die ICD-10-GM ist eine Diagnosenklassifikation mit parallel geführten maschinenlesbaren Kodes. Sie dient in erster Linie der Verschlüsselung für Abrechnung und Statistik; an diesen Zwecken orientieren sich Bildung, Bezeichnung und Umfang der einzelnen Klassen.

Durch die  Anwendung der ICD-10-GM auf die dokumentierten Krankheitsbezeichnungen werden deren Inhalte verallgemeinert und die Sprache auf verbindliche, eindeutige Vorzugsbezeichnungen reduziert; den Klartextbezeichnungen wird ein eindeutiger, maschinenlesbarer Schlüssel/Kode zugeordnet. Durch verbindliche bereichsspezifische Kodierrichtlinien wird eine bundesweit einheitliche Anwendung sichergestellt.

ICD-10-GM in der Leistungsabrechnung und -finanzierung

ICD-10-GM-kodierte Diagnosen steuern umfangreiche Finanzströme:

ICD-10-GM in der Statistik und Qualitätssicherung

Die ICD-10-GM-kodierten Diagnosen auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung steuern individuelle Krankengeldzahlungen und fließen in die Berichterstattung des Bundes ein. Auch bei der Angabe der Fallzahlen für Hauptdiagnosen und für Kompetenzdiagnosen in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser wird auf ICD-10-GM-kodierte Diagnosen zurückgegriffen:

ICD-10-GM und OPS und der GKV-Leistungskatalog

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Der G-BA hat lt. § 92 SGB V den gesetzlichen Auftrag "eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten" zu gewährleisten.

Er legt fest, welche Versorgungsleistungen im ambulanten und stationären Bereich von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden. Durch G-BA-Beschluss werden darüber hinaus Maßnahmen der Qualitätssicherung festgelegt und neue Versorgungsformen und Versorgungsforschungsprojekte gefördert. Seine Entscheidungen und Beschlüsse veröffentlicht der G-BA in Form von Richtlinien, die regelmäßig überprüft und angepasst werden.

In den Richtlinien zu bestimmten Krankheiten oder medizinischen Maßnahmen werden die jeweiligen Diagnosen und Prozeduren mit den entsprechenden ICD-10-GM- bzw. OPS-Kodes bezeichnet. Richtlinien, die auf bestimmte Kodes Bezug nehmen, müssen deswegen jährlich daraufhin überprüft werden, ob sich ICD-10-GM- oder OPS-Kodes gegenüber der Vorjahresversion geändert haben, und entsprechend angepasst werden.

Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses