Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Kernklassifikation der ICD-10 ist der dreistellige Schlüssel, der für die internationalen Meldungen der Todesursachendaten an die WHO sowie für allgemeine internationale Vergleiche verbindlich ist. Die vierstelligen Subkategorien sind zwar für die Berichterstattung auf internationaler Ebene nicht verbindlich, werden jedoch für viele Anwendungszwecke empfohlen und sind ebenso wie die "Sonderverzeichnisse zur Tabellierung der Mortalität und Morbidität" ein integraler Bestandteil der ICD.
Es kommen zwei Hauptarten von Klassifikationen vor. Die der ersten Gruppe behandeln Angaben, die in Beziehung zu Diagnosen und zum Gesundheitsstatus stehen. Sie sind durch Zusammenfassung oder durch Erweiterung direkt aus dem Systematischen Verzeichnis der ICD abgeleitet. Die zusammengefaßten Listen sind für viele Darstellungsarten von Daten, für statistische Übersichtstabellierungen und möglicherweise auch zur Informationsunterstützung bei Entwicklungen im Bereich der primären Gesundheitsbetreuung anwendbar. Demgegenüber werden die erweiterten Listen benutzt, um eine höhere Spezifizierung für klinische Details zu erhalten, so z.B. in den fachgebietsbezogenen Adaptationen. Diese Gruppe enthält außerdem Ergänzungsklassifikationen zum Systematischen Verzeichnis. Sie ermöglichen die Zuordnung von Diagnosen auf einer anderen Klassifikationsachse, z.B. die Morphologie von Tumoren.
Die zweite Gruppe der Klassifikationen behandelt Aspekte von Gesundheitsproblemen, die im allgemeinen außerhalb der rein formalen Diagnosen derzeit bestehender Krankheitszustände liegen, ferner Klassifikationen, die für den Bereich der Gesundheitsbetreuung von Bedeutung sind. In diese Gruppe fallen die Klassifikationen für Schädigungen und Behinderungen, für medizinische und chirurgische Prozeduren und für Kontaktanlässe mit Einrichtungen der Gesundheitsbetreuung.
Die "ICD-Familie" enthält ferner einen konzeptuellen Rahmen für Definitionen, Standards sowie für Methoden, die, auch wenn sie als solche keine Klassifikationen sind, seit langer Zeit mit der ICD eng verbunden sind. Eines dieser Konzepte betrifft z.B. die Entwicklung von Methoden, die die gemeindenahe Erfassung und Nutzung von Informationen für die primäre Gesundheitsbetreuung unterstützen.
Zur "Familie" gehört auch, obwohl sie nicht von der ICD abgeleitet ist, die Internationale Nomenklatur der Krankheiten (IND, International Nomenclature of Diseases).
Die Abbildung gibt Auskunft über den Umfang und die gegenseitigen Beziehungen der verschiedenen Mitglieder der Klassifikationsfamilie.
Nähere Informationen zu den hier angeführten Klassifikationen und Nachweise von Druckausgaben können Sie dem "Verzeichnis von ICD-Ausgaben und anderen krankheits- und gesundheitsrelevanten Klassifikationen" entnehmen.
