Die Alpha-ID ermöglicht es, medizinische und alltagssprachliche Diagnosenbezeichnungen zu kodieren, stellt also Diagnosenkodes zur Verfügung. 2005 als Prototyp vom DIMDI herausgegeben basiert die Alpha-ID auf dem Alphabetischen Verzeichnis zur ICD-10-GM. Jedem Eintrag des Alphabets ist eine fortlaufende, stabile, nichtsprechende Identifikationsnummer zugeordnet: der Alpha-ID-Kode. Er identifiziert den Eintrag eindeutig und übernimmt somit die Funktion eines nichtklassifizierenden Diagnosenkodes.
Die Alpha-ID 2013 ist als EDV-Fassung (ASCII) im DIMDI Webshop für 20 Euro erhältlich, Sie werden vom Downloadcenter weitergeleitet. Über ihren Aufbau können Sie sich anhand der kostenfreien Vorgängerversion informieren. Ab Mitte 2013 ist die Version 2013 kostenfrei.
Klassifizierung bedeutet immer Verlust an Detailinformation: So werden bei der ICD-10-Klassifikation sowohl alle synonyme Bezeichnungen einer Krankheit als auch ähnliche Krankheiten in einer Klasse unter einem Kode zusammengefasst. ICD-Kodes sind deshalb für eine Dokumentation zu therapeutischen Zwecken nicht ausreichend differenziert. In der Alpha-ID dagegen sind alle Synonyme und jede einzelne Krankheitsbezeichnung aus dem Alphabetischen Verzeichnis als eigenständige Bezeichnung zugelassen: Jeder Eintrag hat einen eigenen Alpha-ID-Kode - eine individuelle, ein-eindeutige, nichtklassifizierende Identifikationsnummer.
Beispiel: Für den ICD-10-GM-Kode "L30.8 Sonstige näher bezeichnete Dermatitis" gibt es im Alphabetischen Verzeichnis ca. 30 Einträge, die alle mit L30.8 verschlüsselt werden. In der Alpha-ID erhält jeder dieser Einträge einen eigenen Alpha-ID-Kode wie die nachfolgenden vier Einträge:
| Alpha-ID-Kode | ICD-10-GM-Kode | Eintrag |
|---|---|---|
| I6158 | L30.8 | Ichthyosiformes Ekzem |
| I6159 | L30.8 | Nässendes Ekzem |
| I6154 | L30.8 | Nässender Nabel |
| I6142 | L30.8 | Trockenes Ekzem |
Die Alpha-ID repräsentiert die vollständige Information des jeweiligen Eintrags, ist aber in der elektronischen Kommunikation leichter austauschbar als nichtstandardisierter Klartext. Sie bietet damit Diagnosenkodes für mehr als 77.000 differenzierte Diagnosenbezeichnungen, denen jeweils auch der passende ICD-10-GM-Kode zugeordnet ist.
Im Gegensatz zum Alphabetischen Verzeichnis zur ICD-10-GM ist die Alpha-ID kumulativ: Einträge, die im Rahmen des Pflegeverfahrens zur ICD-10-GM gestrichen werden, bleiben entsprechend gekennzeichnet in der Alpha-ID erhalten. Mit der aktuellen Version der Alpha-ID können daher auch Identifikationsnummern entschlüsselt werden, die sich auf frühere Einträge beziehen.
Im Gegensatz zu den ICD-10-GM-Kodes sind die Identifikationsnummern der Alpha-ID stabil. In der Alpha-ID gibt es zu jedem Eintrag zwei Kodes: die eindeutige Identifikationsnummer und den zugehörigen ICD-Kode. Durch neue Erkenntnisse in der Medizin oder durch Umstrukturierungen der ICD-10-GM kann sich der ICD-Kode für einen bestimmten Eintrag ändern. Eine einmal vergebene Alpha-ID bleibt dagegen für immer unverändert mit ihrem Eintrag verknüpft.
Gegenüber dem Alphabetischen Verzeichnis fehlen in der Alpha-ID die Verweisdaten, also alle Einträge mit einem "s." oder "s.a."
Unter Interoperabilität versteht man die Fähigkeit unterschiedlicher Systeme, erfolgreich miteinander zu kommunizieren. Dazu ist Standardisierung notwendig. Die zunehmende Vernetzung im Gesundheitswesen (Stichwort eHealth) erfordert therapeutisch nutzbare Diagnosenkodes, die alle beteiligten Systemen verstehen. Die Alpha-ID ermöglicht eine bundesweit einheitliche, therapeutisch nutzbare Diagnosenkodierung.
Die Alpha-ID wird laufend weiterentwickelt. Zurzeit wird sie jährlich an die Änderungen angepasst, die sich im Rahmen des Vorschlagsverfahrens zur ICD-10-GM für das Alphabetische Verzeichnis ergeben haben. Darüber hinaus können Sie die Alpha-ID durch eigene Vorschläge fortlaufend verbessern. Vorschläge zur Alpha-ID schicken Sie während des Vorschlagsverfahrens zur ICD-10-GM (jeweils Dezember bis Ende Februar) formlos per E-Mail an das Helpdesk Klassifikationen.