DIMDI medizinwissen, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)


Seitentitel: HTA-Bericht: alternative Behandlung von Wechseljahres-Beschwerden
Webadresse,URL: http://www.dimdi.de/de/hta/aktuelles/news_0128.html

DIMDI Aktuell HTA

In der chronologischen Übersicht finden Sie unsere News zum Informationssystem HTA aus den letzten zwei Jahren.


HTA-Bericht: alternative Behandlung von Wechseljahres-Beschwerden

30.05.2012

Die Wechseljahre sind zwar keine Erkrankung, sie belasten aber viele betroffene Frauen sehr. Ein neuer HTA-Bericht hat jetzt die Studienlage zu unterschiedlichen alternativen Behandlungsmethoden wissenschaftlich untersucht. Hinweise auf eine Wirksamkeit finden die Autoren unter anderem für einige pflanzliche Wirkstoffe und Akupunktur.

Den vollständigen Bericht finden Sie kostenfrei zum Download auf unseren Webseiten.

Phytoöstrogene und Kräuter gegen Hitzewallungen

Bis Ende der 90er Jahre wurden Wechseljahres-Beschwerden meist hormonell behandelt. Studien zeigten jedoch, dass die eingesetzten Östrogen- und Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate nicht immer wie erwartet oder sogar nachteilig wirkten: Teilweise stieg nach mehrjähriger Hormontherapie das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, eine Demenz zu entwickeln oder Lungenembolien zu erleiden.

Seitdem geraten verstärkt alternative Heilmittel und Methoden in den Fokus. Die Autoren verfolgen einige dieser Behandlungsansätze auf Basis wissenschaftlicher Studien in ihrem HTA-Bericht. Dabei fragen sie unter anderem, ob hormonähnliche Pflanzenstoffe (sog. Phytoöstrogene) und Kräuter Wechseljahres-Beschwerden lindern können und kommen u.a. zu folgenden Ergebnissen:

  • Isoliertes Genistein (ein pflanzliches Östrogen) kann hoch dosiert bei Hitzewallungen helfen.
  • Akupunktur beeinflusst Hitzewallungen signifikant, insbesondere den Schweregrad.
  • Die Kombination aus Phytoöstrogenen und Kräutern kann Wechseljahres-Beschwerden lindern (z.B. Isoflavone mit Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Baldrian oder Vitamin E).
  • Ginkgo-Präparate bleiben ohne signifikanten Effekt.

Allerdings beklagen die Autoren, die Wirksamkeit alternativer Behandlungsansätze nicht abschließend einschätzen zu können: Die Studien verfolgten zu viele verschiedene Behandlungsansätze und Endpunkte und entsprächen zu selten den Kriterien der Evidenz-basierten Medizin. Außerdem mussten Sie ihre Fragestellung auf postmenopausale Frauen beschränken, was die Übertragbarkeit auf Wechseljahres-Beschwerden im Allgemeinen begrenze.

Hintergrund: Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre beschreiben den Übergang zur nicht reproduktiven Phase im Leben einer Frau - meist in deren 50ern. Ein zentrales Ereignis ist die Veränderung des Hormonspiegels. Häufig treten Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen auf. Viele Frauen klagen auch über Herzbeschwerden, Muskel- und Gliederschmerzen sowie depressive Verstimmungen, Nervosität und Reizbarkeit.

Alternative Methoden zur Behandlung postmenopausaler Beschwerden
Pamela Aidelsburger, Svenja Schauer, Kristin Grabein, Jürgen Wasem

HTA-Berichte bei DAHTA
Die HTA-Berichte sind in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI bzw. im HTA-Journal bei German Medical Science (GMS) kostenfrei als Volltext abrufbar. Für die Inhalte der HTA-Berichte sind die genannten Autoren verantwortlich. Alle durch die DAHTA beauftragten Berichte werden in einem standardisierten, anonymisierten Verfahren erstellt, um die Unabhängigkeit der Autoren zu gewährleisten.

Ansprechpartner:
Ergänzende Informationen auf unserer Website:
Weitere Informationen im Web: