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23.07.2010
Etwa 5 % der Menschen in Deutschland leiden nach Ergebnissen der dritten deutschen Mundgesundheitsstudie an einer CMD. Dazu zählen alle Funktionsstörungen und -einschränkungen der Muskel- und/oder Kiefergelenkfunktion. Rund 3 % der Betroffenen benötigen eine Therapie. Über die Entstehung der Erkrankung und Therapiemöglichkeiten ist bisher jedoch wenig bekannt. Um die Diagnose CMD zu stellen, scheinen heute Erfahrung und Einstellung des behandelnden Arztes wichtiger zu sein als wissenschaftlich messbare Kriterien, so die Autoren des Berichts.
Zur Diagnose dienen die klinische Funktionsanalyse, bildgebende Verfahren und gegebenenfalls eine instrumentelle Funktionsanalyse mithilfe spezieller Instrumente. Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie empfiehlt bei CMD-Verdacht zunächst die klinische Untersuchung. Zeigen sich dabei Einschränkungen in der Kieferfunktion, sollte sich eine instrumentelle Funktionsanalyse anschließen. Diese ist jedoch nicht im Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung enthalten.
Eingeteilt wird eine CMD seit kurzen vor allem nach zwei internationalen Begriffssystemen: Das System der amerikanischen Akademie für orofaciale Schmerzen ist klinisch orientiert. Es beschreibt Schmerzen, die aufgrund eines Ungleichgewichtes von Zungen- und Lippen- aber auch weiteren Gesichtsmuskeln entstehen. Auf Beobachtungen beruhen die empirischen Diagnosekriterien für Fehlfunktionen im Schläfen/Unterkiefer-Bereich (temporomandibuläre Dysfunktionen).
Für den vorliegenden HTA-Bericht erfolgte eine umfangreiche Literatursuche im Hinblick auf verschiedene Fragestellungen:
Außerdem sollte die Kosten-Effektivität sowie soziale, ethische
und rechtliche Aspekte betrachtet werden.
Keine der gefundenen Publikationen kann jedoch zur
Beantwortung der Fragen herangezogen werden. Es mangelt an Relevanz
oder methodischer Qualität. Erschwert wurde die Literatursuche
durch die uneinheitliche Verwendung des Ausdrucks CMD und die
Vielfalt an Diagnoseverfahren, die als instrumentelle
Funktionsanalyse bezeichnet werden. Auch die Ergebnisse können sie
daher nur eingeschränkt vergleichen, so die Autoren.
Sie stellen fest, dass instrumentelle Verfahren bisher nur
bei einer unzureichenden Zahl von Patienten unter Verwendung eines
Referenzstandards aussagekräftig beschrieben werden. Daher bleibt
unklar, ob die instrumentelle Funktionsanalyse zur Diagnostik von
CMD neben der klinischen Funktionsanalyse empfehlenswert ist. Die
Autoren sehen großen Forschungsbedarf:
Zahnmedizinische Indikationen für standardisierte Verfahren
der instrumentellen Funktionsanalyse unter Berücksichtigung
gesundheitsökonomischer Gesichtspunkte
Tinnemann P; Stöber Y; Roll S; Vauth C; Willich SN; Greiner
W
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