Der elektronische Datenaustausch im Gesundheitswesen muss mit einheitlichen Vorgaben umgesetzt werden. Nur der konsequente Einsatz von IT-Standards in der Gesundheitstelematik unterstützt diese Interoperabilität für den Einsatz von Telemedizin, Pharmakovigilanz oder auch epidemiogische Auswertungen.
Das DIMDI entwickelt keine Standards, sondern arbeitet mit den betreffenden Organisationen in einem Netzwerk zusammen. Das DIMDI stellt Expertinnen und Experten insbesondere für medizinische Terminologien und für Standards aus dem Bereich Arzneimittel und Medizinprodukte.
Mediziner und Pharmakologen sind beim Deutschen Institut für Normung (DIN) aktiv in verschiedenen Gruppen zu Terminologien, Interoperabilität, Arzneimitteln und Medizinprodukten.
DIN - Deutsches Institut für Normung, Arbeitsausschuss NaMED
Die deutschen Arbeiten werden auf europäischer und internationaler Ebene in die Technischen Komitees (TC) CEN TC 251 und ISO TC 215 (Medizinische Informatik) eingebracht. Dort wirken DIMDI-Mitarbeiterinnen als Delegierte des DIN am internationalen Standardisierungsprozess in den Gruppen "Terminology and Knowledge Represenation", "Pharmacy and Medication" und "Semantic Content" mit.
Internationale Standards beispielsweise für OID, medizinische Maßeinheiten, die Labordatenkommunikation mittels LOINC und UCUM innerhalb der Übermittlung von Unerwünschten Arzneimittelwirkungen, den Austausch von Klassifikationen (Classification MarkUp Language) und Arzneimittelkennungen sind in diesem Rahmen erstellt worden.
Das DIMDI kooperiert seit vielen Jahren mit HL7 Deutschland. Eine Mitarbeiterin ist dort nicht nur im Vorstand vertreten, sondern hat auch die Leitung des Technischen Komitees "Terminologien" inne. Die internationalen Treffen von HL7 werden vornehmlich im Bereich der medizinischen Vokabulare, von Arzneimittelstandards und der Behördenkommunikation unterstützt.
International unterstützt das DIMDI das Joint Initiative Council , bestehend aus ISO, CEN, Health Level Seven (HL7), Clinical Data Standards Interchange Consortium (CDISC), International Health Terminology Standards Development Organisation (IHTSDO) und weiteren sogenannten "Liason-Mitgliedern", die gemeinsam Standards in der Gesundheitstelematik entwickeln und bestehende Standards harmonisieren.
Joint Initiative on Global Health Informatics Standardisation
Integrating the Healthcare Enterprise (IHE) schafft als Brücke zwischen verschiedenen Standards ein technisches Rahmenwerk für die Implementierung und Prüfung der Praktikabilität der Standards. Eine Mitarbeiterin des DIMDI hält den Vorsitz von IHE Deutschland als User CoChair. Mitarbeiterinnen des DIMDI und Kooperationspartner arbeiten als Caretaker an der internationalen Weiterentwicklung der technischen Leitfäden.
IHE - Integrating the Healthcare Enterprise Deutschland e.V.
Das DIMDI unterstützt nationale Projekte im Bereich der Gesundheitstelematik. Insbesondere ist die Zusammenarbeit mit Institutionen der Selbstverwaltung hervorzuheben. Als langjähriger Experte für medizinische Begriffsysteme verfolgt das DIMDI nicht nur die Standardisierung in der Versorgung, sondern kann durch die enge Kooperation mit internationalen Behörden wie mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), der Weltgesundheitsbehörde (WHO) oder der europäischen Telematikorganisation European Health Telematics Association (EHTEL) strategische Eckpunkte setzen und an der Entwicklung und Verbreitung der Standards mitwirken.
Im epSOS-Projekt (European Patient Smart Open Services) der Europäischen Union zur Erstellung landesübergreifender Gesundheitsdienste wie dem elektronischen Rezept oder der Patientenakte arbeiten Expertinnen des DIMDI im Bereich der semantischen Interoperabilität, dem elektronischen Rezept und der Patientenakte mit.