DIMDI - Alpha-ID - Die Identifikationsnummer für Diagnosen


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Alpha-ID - Identifikationsnummer für Diagnosen

Die Alpha-ID ermöglicht es, medizinische und alltagssprachliche Diagnosenbezeichnungen zu kodieren, stellt also Diagnosenkodes zur Verfügung. 2005 als Prototyp vom DIMDI herausgegeben basiert die Alpha-ID auf dem Alphabetischen Verzeichnis zur ICD-10-GM. Jedem Eintrag des Alphabets ist  eine fortlaufende, stabile, nichtsprechende Identifikationsnummer zugeordnet, die den Eintrag eindeutig identifiziert. Diese Identifikationsnummer, der Alpha-ID-Kode, übernimmt somit die Funktion eines nichtklassifizierenden Diagnosenkodes.

Die Alpha-ID 2012 (OID 1.2.276.0.76.5.408) ist als EDV-Fassung (ASCII) im DIMDI Webshop für 20 Euro erhältlich. Über den Aufbau können Sie sich anhand der kostenfreien Vorgängerversionen informieren. Ab Juli 2012 ist die Version 2012 kostenfrei.

Differenzierte Diagnosenkodes für die medizinische Dokumentation

Klassifizierung bedeutet immer Verlust an Detailinformation: So werden z.B. bei der ICD-10-Klassifikation sowohl alle synonyme Bezeichnungen einer Krankheit als auch ähnliche Krankheiten in einer Klasse unter einem Kode zusammengefasst. ICD-Kodes sind deshalb für eine Dokumentation zu therapeutischen Zwecken nicht ausreichend differenziert. In der Alpha-ID dagegen sind alle Synonyme und jede einzelne Krankheitsbezeichnung, die im Alphabetischen Verzeichnis enthalten sind, als eigenständige Bezeichnung zugelassen: Jeder Eintrag hat einen eigenen Alpha-ID-Kode, eine individuelle, ein-eindeutige, nichtklassifizierende Identifikationsnummer.

Dazu das folgende Beispiel: Für den ICD-10-GM-Kode "L30.8 Sonstige näher bezeichnete Dermatitis" gibt es im Alphabetischen Verzeichnis 16 Einträge, die alle mit L30.8 verschlüsselt werden; in der Alpha-ID erhält jeder dieser Einträge einen eigenen Alpha-ID-Kode. Folgender Auszug aus der Alpha-ID zeigt beispielhaft vier Einträge:

Alpha-ID-Kode ICD-10-GM-Kode Eintrag
I6158 L30.8 Ichthyosiformes Ekzem
I6159 L30.8 Nässendes Ekzem
I6154 L30.8 Nässender Nabel
I6142 L30.8 Trockenes Ekzem

Die Alpha-ID repräsentiert die vollständige Information des jeweiligen Eintrags, ist aber in der elektronischen Kommunikation leichter austauschbar als nichtstandardisierter Klartext. Die Alpha-ID stellt damit Diagnosenkodes für mehr als 75.500 differenzierte Diagnosenbezeichnungen zur Verfügung, denen jeweils auch der passende ICD-10-GM-Kode zugeordnet ist.

 

Alpha-ID vs. Alphabetisches Verzeichnis

Im Gegensatz zum Alphabetischen Verzeichnis zur ICD-10-GM ist die Alpha-ID kumulativ, d.h. Einträge, die im Rahmen des Pflegeverfahrens zur ICD-10-GM gestrichen werden, bleiben entsprechend gekennzeichnet in der Alpha-ID erhalten. Mit der aktuellen Version der Alpha-ID können daher auch Identifikationsnummern entschlüsselt werden, die sich auf Einträge beziehen, die im aktuellen Alphabetischen Verzeichnis nicht mehr enthalten sind.

Im Gegensatz zu den ICD-10-GM-Kodes sind die Identifikationsnummern der Alpha-ID stabil. In der Alpha-ID gibt es zu jedem Eintrag zwei Kodes, die eindeutige Identifikationsnummer und den zugehörigen ICD-Kode. Durch neue Erkenntnisse in der Medizin oder durch Umstrukturierungen der ICD-10-GM kann sich der ICD-Kode für einen bestimmten Eintrag ändern. Eine einmal vergebene Alpha-ID bleibt dagegen für immer unverändert mit ihrem Eintrag verknüpft.

Gegenüber dem Alphabetischen Verzeichnis fehlen in der Alpha-ID die Verweisdaten, also alle Einträge mit einem "s." oder "s.a."

Interoperabilität

Unter Interoperabilität versteht man die Fähigkeit unterschiedlicher Systeme, erfolgreich miteinander zu kommunizieren; dies setzt Standardisierung voraus. Die zunehmende, auch internationale Vernetzung im Gesundheitswesen - Stichwort eHealth - erfordert therapeutisch nutzbare Diagnosenkodes, die von allen beteiligten Systemen verstanden werden. Die Alpha-ID ermöglicht eine bundesweit einheitliche, therapeutisch nutzbare Diagnosenkodierung. Der hohe Bekanntheitsgrad des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM in Deutschland macht die Alpha-ID ohne ein Mehr an Bürokratie einfach und flächendeckend zugänglich.

Vorschlagsverfahren Alpha-ID

Die Alpha-ID wird laufend weiterentwickelt; zurzeit wird sie jährlich angepasst an die Änderungen, die sich im Rahmen des Vorschlagsverfahrens zur ICD-10-GM für das Alphabetische Verzeichnis ergeben haben. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, die Alpha-ID durch Ihre Vorschläge fortlaufend zu verbessern. Vorschläge zur Alpha-ID können Sie während des Vorschlagsverfahrens zur ICD-10-GM (Dezember d.J. bis Ende Februar des folgenden Jahres) formlos per E-Mail an das Helpdesk Klassifikationen schicken.

Weitere Informationen auf unserer Website

Haben Sie noch Fragen oder Anregungen? Dann wenden Sie sich bitte an unser Helpdesk Klassifikationen:

Tel.: +49 221 4724-524
E-Mail: Helpdesk Klassifikationen