Wir haben vom 11.10. bis zum 15.10.2010 mit weiteren Azubis aus anderen Bundesbehörden Berlin besucht. Das Staatsbürgerliche Veranstaltungsprogramm vermittelte nicht nur die Geschichte dieser Stadt, sondern stellte sie auch als politisches Zentrum dar. Für uns war die Fahrt von besonderer Bedeutung, da wir unsere Ausbildung in einer Bundesbehörde machen.
Das politische Berlin
Der politische Schwerpunkt des Programms wurde durch die Besuche im Bundesrat, Bundestag und Bundeskanzleramt beschlossen. Durch die Arbeit mit gesetzlichen Vorlagen ist es wichtig zu wissen, wie ein Gesetz zustande kommt. Das haben wir im Bundesrat hautnah erfahren können, da wir ein Rollenspiel über die Entstehung eines Gesetzes durchgeführt haben. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch geholfen, das Gehörte durch die darstellerische Art und Weise besser zu verstehen.
Der Bundestag, als ein direkt vom Volk gewähltes Parlament und wichtigstes Verfassungsorgan der Legislative, dessen wesentliche Aufgaben die Gesetzgebung und die Regierungskontrolle sind, wurde uns durch einen Vortrag näher gebracht. Im Bundestag werden Regelungen getroffen, die unsere Arbeit maßgeblich beeinflussen können.
Im Rahmen einer Führung haben wir das Bundeskanzleramt als zentrale Koordinierungsstelle für die gesamte Regierungspolitik kennengelernt, die für die Einhaltung der Vorgaben der Bundeskanzlerin und die Einheitlichkeit der Regierungspolitik sorgt.
Gefangen in Hohenschönhausen
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands war ebenso Teil des Programms: die Gedenkstätte Hohenschönhausen, bestehend aus Räumlichkeiten der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR, die von 1951 bis 1989 in Berlin-Alt-Hohenschönhausen in Betrieb war. Dort wurden vor allem politische Gefangene inhaftiert und physisch und psychisch gefoltert. Was besonders nahe ging, war nicht nur die bewusst notdürftige Ausstattung der Zellen, auch die Vorstellung, wie die Inhaftierten unter der Folter, der Inhaftierung und Isolierung, den Verhören und der Ungewissheit leiden mussten.
Den dazugehörigen Einblick aus Behördensicht bekamen wir bei den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (BStU) der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, auch "Birthler-Behörde" genannt. Dort sind alle Vorgehensweisen des Ministeriums für Staatssicherheit dokumentiert (beispielsweise Karteien zur Anwerbung inoffizieller Mitarbeiter). Nach dem Versuch, alle Akten zu zerstören, werden die erhaltenen heute noch in sorgfältiger Arbeit rekonstruiert.
Geschichte und Kultur
Die Ausstellung "Story of Berlin" zeigte uns die Entstehung der Stadt Berlin und ihre Entwicklung. Durch Kulissen, Requisiten und audiovisuelle Medien wurden die wichtigsten Stationen abgebildet und vom STORY-Guide, einem Referenten der Ausstellung, erläutert. Teil der Ausstellung war auch ein Atomschutzbunker.
Das alltägliche Leben in Kreuzberg wurde uns durch eine Stadtführung näher gebracht. Dabei ist der Referent auch auf das Thema "Integration" eingegangen, was zum Ausdruck brachte, wie vielfältig, das Leben in Berlin ist.
Der Programmpunkt "Jüdisches Museum" war sehr informativ, denn unsere Führung betraf mehr die Schwerpunkte Lebensweise und Traditionen. Wir erfuhren mehr von den Dingen, von denen wir schon einmal gehört hatten, und lernten neue Dinge dazu.
Fazit
Das Staatsbürgerliche Veranstaltungsprogramm war einerseits sehr lehrreich, weil wir unser politisches Wissen und das Allgemeinwissen bereichern und vertiefen konnten, andererseits wurde es sehr abwechslungsreich gestaltet. Wir sind froh, dass das DIMDI uns die Chance gegeben hat, an dieser Fahrt teilzunehmen.
Kristina Kir, Ceyda Öztekin, Nina Arefjew
Oktober 2010